PEN-Zentrum Deutschland unterstützt die Initiative #VERLAGEGEGENRECHTS

PEN-Zentrum Deutschland unterstützt die Initiative #VERLAGEGEGENRECHTS

Darmstadt, 19. Februar 2018

Das Aktionsbündnis #VERLAGEGEGENRECHTS, dem sich bisher mehr als 65 Verlage, Initiativen sowie 160 Einzelpersonen angeschlossen haben, tritt ein für die Teilhabe möglichst vieler Menschen an Literatur, Kultur und Bildung und wendet sich gegen jegliche Form der Ausgrenzung, sei es aufgrund der Herkunft, Sprache, sexuellen Identität und Orientierung oder Religionszugehörigkeit.

Das deutsche PEN-Zentrum teilt diese Prinzipien uneingeschränkt.

#VERLAGEGEGENRECHTS engagiert sich in diesem Sinne mit Nachdruck auf den bevorstehenden Buchmessen, da rechtsextreme Verlage und Medien vertreten sein werden, die Toleranz und kulturelle Vielfalt angreifen und weder für die Freiheit der Menschen noch für die Freiheit der Worte stehen. Rechte Medien hetzen gegen die Presse, verbreiten Verschwörungsmythen und treten offen rassistisch, frauenverachtend und homofeindlich auf. Ihre Positionen sind keine Diskussionsbeiträge, denn an einem Austausch sind sie nicht interessiert.

Hierzu stellt die Initiative fest: „Die Buchmesse ist ein Ort, an dem Buchverlage sowie Medien aller Gattungen und Besucher*innen zusammentreffen und miteinander in Austausch treten, politisch und kulturell. Wir wollen in die Diskussion gehen, möchten auf der Buchmesse über rechte Hetze und Diskriminierung sprechen. Wir laden Verlage, Autor*innen, Journalist*innen und Besucher*innen der Leipziger Buchmesse dazu ein, unter dem Motto #verlagegegenrechts Position zu beziehen. Wir nehmen die Präsenz völkischer, nationalistischer und antifeministischer Verlage nicht wort- und tatenlos hin.“

Weitere Informationen:

https://verlagegegenrechts.wordpress.com…

#VERLAGEGENRECHTS-Veranstaltungen mit Beteiligung des PEN auf der Leipziger Buchmesse, Auswahl:


SAMSTAG, 17.3.18
Meinungsfreiheit als Kampfbegriff
13-14 Uhr, Forum Literatur, Halle 5

Es diskutieren PEN-Präsidentin Regula Venske, Katja Böhne (Frankfurter Buchmesse), Steffen Ille (Kurt-Tucholsky-Gesellschaft) und Florian Kessler (Hanser) mit Moderatorin Anja Goerz.

Meinungsfreiheit ist oft Schutzbehauptung, wenn Kritik inhaltlich nicht mehr begegnet werden kann.

Immer wieder wird behauptet, in Deutschland würde die Meinungsfreiheit nicht mehr gelten, man dürfe vieles nicht mehr sagen. Wie ist es dazu gekommen, dass sich einige in ihrem Recht, sich frei zu äußern, derart eingeschränkt sehen, wenn es faktisch gar nicht der Fall ist? Gleichzeitig muss stärker ausgelotet werden, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit sind. Hetze und Beleidigungen sind keine Meinungen, aber die andauernden Tabuverletzungen vom rechten Rand scheinen mehr und mehr die Grenzen des Erträglichen zu verwässern und bislang „Unerhörtes“ alltäglich zu machen. Wie verträgt sich außerdem die künstlerische Freiheit mit der Meinungsfreiheit, wie weit darf Literatur gehen? Wie ist die historische Entwicklung des Begriffs?

 

SONNTAG, 18.3.18                                                                                                                   Erinnern ohne Zeitzeug*innen? Herausforderungen an eine deutsche Gedenkkultur
10.30 – 11.30 Uhr Forum Politik & Medienbildung, Halle 2

Über die Bedeutung historischer Bildungsarbeit und Gedenken in Zeiten wachsenden Antisemitismus.

Die Journalistin Michaela Maria Müller spricht mit Sascha Feuchert (Professor für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und Writers in Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums), Jutta Weduwen (Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen), Eva Leipprand (Bundesvorsitzende VS) und Sebastian Pirling (Heyne) über die Notwendigkeit des Erinnerns und die Angst vor dem Vergessen. In Zeiten, in denen es kaum noch Zeitzeug*innen gibt und Forderungen seitens der AfD laut werden, es möge doch bald mal Schluss sein mit dem ewigen „Schuldkult“.

Die britische Autorin Pippa Goldschmidt, Enkelin deutsch-jüdischer NS-Flüchtlinge, hält zu Beginn einen Impulsvortrag über ihren Blick auf die deutsche Erinnerungskultur.

17.03.2018, 13 Uhr – „Meinungsfreiheit als Kampfbegriff“ – Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse

Meinungsfreiheit ist oft Schutzbehauptung, wenn Kritik inhaltlich nicht mehr begegnet werden kann.

Regula Venske Foto: © Roland Baege

Regula Venske
Foto: © Roland Baege

Immer wieder wird behauptet, in Deutschland würde die Meinungsfreiheit nicht mehr gelten, man dürfe vieles nicht mehr sagen. Wie ist es dazu gekommen, dass sich einige in ihrem Recht, sich frei zu äußern, derart eingeschränkt sehen, wenn es faktisch gar nicht der Fall ist? Gleichzeitig muss stärker ausgelotet werden, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit sind. Hetze und Beleidigungen sind keine Meinungen, aber die andauernden Tabuverletzungen vom rechten Rand scheinen mehr und mehr die Grenzen des Erträglichen zu verwässern und bislang „Unerhörtes“ alltäglich zu machen. Wie verträgt sich außerdem die künstlerische Freiheit mit der Meinungsfreiheit, wie weit darf Literatur gehen? Wie ist die historische Entwicklung des Begriffs?

Es diskutieren PEN-Präsidentin Regula Venske, Katja Böhne (Frankfurter Buchmesse), Steffen Ille (Kurt-Tucholsky-Gesellschaft) und Florian Kessler (Hanser) mit Moderatorin Anja Goerz.

Eine Veranstaltung des Aktionsbündnisses #verlagegegenrechts