Das Präsidium des P.E.N.-Zentrums Deutschland hat auf seiner letzten
Sitzung den iranischen Schriftsteller Faraj Sarkohi zu seinem Beauftragten für
Menschenrechte ernannt. Der Chefredakteur der Kulturzeitschrift Adineh, der
schon in der Schah-Zeit 8 Jahre im Gefängnis war, gehörte 1996
zu den Initiatoren eines von 134 Autoren unterzeichneten Appells an die Regierung,
die Zensur abzuschaffen, die Freiheit des Wortes zu garantieren und den 1981
verbotenen Schriftstellerverband wieder zuzulassen. Im November 1996 wurde
Faraj Sarkohi festgenommen, 44 Tage im geheimen Gefängnis des Informationsministerium
gefoltert und mit dem Tode bedroht. Nach dem Schmuggel eines Briefes ins
Ausland, in dem er über die Bedrohung der Intellektuellen, die Zensur
und die Folterpraxis im Iran berichtete, wurde er zu dreifachem Tod verurteilt.
Auf Grund des Drucks von internationalen Menschenrechtsorganisationen und
Regierungen wurde er im Januar 1998 freigelassen und konnte im Mai 1998 nach
Deutschland ausreisen. Er lebt hier mit einem Stipendium des vom Bund finanzierten
Writers in Exile-Programm des
P.E.N.- Zentrums.