Sihem
Bensedrine wurde 1950 in Tunis geboren. Bereits seit 1980 ist sie aktiv in
einer tunesischen Menschenrechtsorganisation, zuletzt als Generalsekretärin
von Beobachter zur Verteidigung der Pressefreiheit in Tunesien. Sie schreibt über
Zensur, Menschen- und Bürgerrechte in ihrer nordafrikanischen Heimat
und gehört zu den schärfsten KritikerInnen des Regimes.
Sihem Bensedrine begann bereits mit knapp dreißig Jahren, sich für die Menschenrechte zu engagieren. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre gehörte sie zu den führenden Persönlichkeiten der tunesischen Frauenbewegung. Von 1985 bis 1994 war sie Vorstandsmitglied der Tunesischen Liga für Menschenrechte. Ende der neunziger Jahre gründete sie gemeinsam mit anderen Menschenrechtlern den Nationalen Rat für die Freiheit in Tunesien. Als Galionsfigur des Widerstands gegen die Diktatur Ben Alis war und ist Sihem Bensedrine vielfältigen Repressionen ausgesetzt. Sie wurde im Jahr 2001 nach Publikationen über Korruption und Folter inhaftiert.
2002 erhielt sie den Johann Philipp Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit. Die Journalistin, Menschenrechtlerin und Mutter von drei Kindern lebt und arbeitet, nachdem ihr Gaststipendium der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte endete, seit Januar 2006 als Stipendiatin des Writers in Exile-Programms des deutschen P.E.N.
Von Hamburg aus gibt sie die Online-Zeitung Kalimatunisie ("Das Wort Tunesiens") heraus, hält Vorträge vor dem EU-Parlament, hilft bei der Ausbildung von Journalisten im Irak und schreibt Bücher über den Irak, Europa und Tunesien. Zuletzt erschien im August 2005 im Kunstmann-Verlag das gemeinsam mit ihrem Mann verfaßte Buch "Despoten vor Europas Haustür. Warum der Sicherheitswahn den Extremismus schürt".
Sihem Bensedrine ist zum 31.12.2007 aus dem Programm ausgeschieden.