Seit
ihrem 18. Lebensjahr arbeitet Eva Durán als Journalistin und Schriftstellerin. Während
ihres Studiums (Kultur-Management und TV-Produktion) belegte sie zahlreiche Seminare zu Literatur-Journalismus
und Drehbuch. Als Kulturredakteurin verschiedener Fernsehanstalten entwickelte sie TV-Reportagen.
Als sie im Jahre 2003 als Leiterin eines Bürgerausschusses die Korruption beim TV-Sender Telecaribe aufdeckte, wurden andere Ausschußmitglieder durch lukrative Angebote zum Schweigen überredet. Nur Eva Durán veröffentliche eine Kolumne, durch die die Machenschaften an die Öffentlichkeit gerieten. Daraufhin wurde sie vom Sender angegriffen, ohne dass sie darauf hätte antworten können.
Ihre schriftstellerischen Arbeiten sind in Kolumbiens Literatur-Zeitschriften veröffentlicht und ins Portugiesische übersetzt worden. 1997 erhielt sie das Stipendium des Internationalen Poesie-Festivals von Medellin, 1999 und 2003 den Preis der Stadt Cartagena.
Als Eva 2004 einen Artikel über den Mord an einem Journalisten, der auf Grund von Gesetzen, nach denen auch anonyme Zeugenaussagen zur Anklage führen konnten, vor Gericht gestellt und kurz darauf erschossen wurde, veröffentlicht, wurden aus den verbalen Angriffen direkte Drohungen.
Im selben Jahr verlas sie den Artikel auf einem Kongreß zum Thema Schriftsteller und Menschenrechte in Cali. Woraufhin sie von Motorradfahrern bis zurück zum Flughafen verfolgt wurde. Unbekannte junge Männer erkundigten sich in ihrer Heimatstadt Barranquilla im Haus, in dem sie ihre Wohnung hatte, nach Eva Durán. Zum Glück war sie nicht anwesend. Sie ist nie wieder in dieses Haus zurückgekehrt. Evas Mutter musste die Wohnung auflösen. Anzeige konnte sie nicht erstatten, da Polizei und Staatsanwaltschaft von paramilitärischen Organisationen unterwandert sind.
Eva veränderte ihr Aussehen so vollständig, dass selbst gute Freunde sie auf der Straße nicht wieder erkannten. Während des Jahres 2005 stellte sie jede größere journalistische Tätigkeit ein. Ihre Anträge auf Stipendien in Mexiko und Argentinien wurden abgelehnt. Erst die Heinrich-Böll Stiftung antwortete positiv.
Ihre vorerst letzte Drohung bekam Eva Durán kurz vor der Ausreise auf ihr Handy. Nun ist Eva Durán seit Mai 2006 Stipendiatin im Writers in Exile-Programm.
Eva Durán ist zum 30.4.2008 aus dem Programm ausgeschieden.