Sirous Ali Nejad

Sirous Ali Nejad wurde 1945 im Norden Irans geboren. Er durchlief die High School in Teheran und studierte an der Teheraner Universität Journalismus. Schon während seiner Studienzeit begann seine Karriere als Essayist und Journalist.

In der Zeit des Schah-Regimes arbeitete er für "Keyhan", eine der größten und bedeutendsten Zeitungen im Iran. 1970 schloss er sich der Zeitung "Ayandegan" an. Nach nur einem Jahr wurde er zum stellvertretenden Herausgeber ernannt. Als führende intellektuelle und unabhängige Zeitung im Iran spielte "Ayandegan" eine wichtige Rolle in der Sozial- und Kulturgeschichte des Landes und war bekannt für ihren Kampf gegen Zensur und für die Freiheit des Wortes. Für einen seiner Berichte über eine Nacht der Dichtung im Teheraner Goethe Institut wurde Sirous Ali Nejad von der Sicherheitspolizei des Schahs verhaftet. Er wurde gefoltert und erhielt eine Gefängnisstrafe. Damals war er der einzige Journalist, der es gewagt hatte, über die Veranstaltung zu schreiben. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis setzte er seine Arbeit bei "Ayandegan" fort. Während dieser Zeit publizierte er Artikel und Essays über klassische und zeitgenössische iranische Literatur, bis die Zeitung 1978 durch die iranische Regierung verboten wurde.

Sirous Ali Nejad, aktives Mitglied der "Vereinigung iranischer Journalisten und Essayisten", wurde vom Informationsministerium des Schahs mit Schreib- und Publikationsverbot belegt. Dieser Zustand dauerte bis zur iranischen Revolution.

Dann startete "Ayandegan" einen zweiten Anlauf, und Alinejad konnte seine Arbeit fortsetzen. Er verließ "Ayandegan", um Herausgeber des Wochenmagazins "Sabz" zu werden. Im ersten Jahr nach der Errichtung der islamischen Regierung war er einer der Gründer und Herausgeber der Wochenzeitschrift "Teheran Mosawar". Mehr als eineinhalb Jahre war dieses Magazin die Stimme der iranischen Schriftsteller, Dichter und Intellektuellen. Auf Befehl von Ayatollah Khomeini wurden "Teheran mosawar" und drei andere Zeitungen verboten. Es war der erste Schritt der islamischen Regierung, alle unabhängigen Zeitungen zu verbieten, alle NROs (Nicht Regierungs-Organisationen) zu unterdrücken und den islamischen Despotismus durchzusetzen.

1985 gründete Sirous Ali Nejad zusammen mit Faraj Sarkohi und zwei weiteren Journalisten die Monatsschrift "Adineh", die zur bedeutendsten und einflussreichsten kulturellen und sozialen Zeitschrift im Iran wurde. 1990 übernahm er die Herausgeberschaft des Literaturmagazins "Dunya-ye sokhan" Auch diese Zeitschrift wurde von der iranischen Regierung verboten.

Von 1994 bis 1997 war Sirous Ali Nejad Herausgeber der Monatsschrift "Zaman", die sich kritisch dem Bereich der Bildung widmete. Von 1998 bis 2000 war er Generalsekretär des Redaktionsrates von "Payam-e emruz", einem sozialpolitischen Magazin. Hier veröffentlichte Sirous Ali Nejad seine exakten Nachforschungen über Zensur und durch die iranische Polizei getötete Schriftsteller und Journalisten. Beide Journale wurden verboten.

Nach dem Angriff auf die Presse im Jahre 2000 wurden mehr als 30 Zeitungen verboten und das iranische Regime verhaftete viele Schriftsteller und Journalisten. Sirous Ali Nejad wurde mehrere Male vor das islamische Gericht zitiert und von der Sicherheitspolizei und der Justiz verhört.

2001 versuchte man Sirous Ali Nejad wegen "Aktivitäten gegen das islamische Recht und der nationalen Sicherheit" anzuklagen, was eine äußerst gefährliche Anklage ist. Aktuell ist es ihm verboten als Herausgeber und Journalist zu arbeiten. Zur Zeit ist die Justiz damit beschäftigt ein Dossier über ihn anzulegen.

Seit Oktober 2001 besteht für ihn keine Möglichkeit für iranische Zeitungen zu arbeiten.

Sirous Ali Nejad schreibt und spricht Englisch. Im Iran ist er ein bekannter und respektierter Journalist und ein Verteidiger der Freiheit des Wortes. Im literarischen Leben Irans gilt er wegen seiner Essays und Untersuchungen zur klassischen und zeitgenössischen Literatur als großartiger Stilist.

Sirous Ali Nejad ist zum 2.6.2005 aus dem Programm ausgeschieden.

Logo Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien