Maxwell
Sibanda, 1968 in Harare/Simbabwe geboren, konnte nur bis 2004 in seinem Heimatland
leben und arbeiten. Die Zensur in seinem Berufsleben erfolgte mit dem Verbot
und der gewaltsamen Schließung der Daily News im September 2003 durch
die Regierung Mugabes. Maxwell Sibanda war zu diesem Zeitpunkt im vierten
Jahr Kulturredakteur dieser einzigen privaten Zeitung Simbabwes und schon
davor seit 1994 als Journalist für verschiedene Magazine tätig.
Die Journalisten der Daily News wurden vor die AIPPA (staatliche Kontrollstelle über
den Zugang von Informationen und deren Schutz der Geheimhaltung) geladen,
sämtliche Lizenzen und Akkreditierungen wurden ihnen entzogen. Sie kamen
auf die "black list", was einem Arbeitsverbot gleichkommt. Die
Schließung erfolgte, weil der Oberste Gerichtshof entschieden hatte,
daß die Zeitung illegal arbeitete. Hintergrund war die Ablehnung des
seit 2002 geltenden repressiven Pressegesetzes durch die Eigentümer
der Daily News. Jede Zeitung und jeder Journalist muß sich danach bei
der staatlichen Medienkommission registrieren lassen. Maxwell Sibanda berichtet,
daß die Regierung neben dem Pressegesetz vor allem das Gesetz über
die öffentliche Sicherheit nutze, um Journalisten zu drangsalieren.
Er, der auch für Reporter ohne Grenzen arbeitete, erhielt oft Anrufe
von Kollegen, die von der Polizei festgehalten wurden. Die Journalisten würden
von der Polizei nur kurz in Haft festgehalten, dabei bedroht, eingeschüchtert,
dann wieder freigelassen. Simbabwe zählt zu den repressivsten Ländern,
wenn es um die Pressefreiheit geht. Die Presse ist zum Teil des politischen
Machtkampfes geworden, bei der die einzige regierungsunabhängige Tageszeitung
Daily News als Verlierer dieses Kampfes ihre Journalisten entlassen musste.
Maxwell Sibanda lebt seit Ende Januar auf Einladung vom P.E.N.-Zentrum Deutschland als Stipendiat des Programms "Writers in Exile" in Berlin. Zuvor war er Stipendiat der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und des Internationalen Hauses der Autoren in Graz. Neben dem Schreiben gilt seine Leidenschaft der Photographie. Soeben ist im Leykam-Verlag seine Anthologie "Simbabwe - Haus aus Stein" erschienen, in denen Maxwell Sibanda Texte zur Pressefreiheit in Simbabwe mit seinen Grazer Erfahrungen über das dortige afrikanische Leben vereint hat.
Maxwell Sibanda ist zum 31.01.2007 aus dem Programm ausgeschieden.