Pinar Selek wurde am 8. Oktober 1971 in Istanbul geboren. Sie besuchte dort
das französische Gymnasium und studierte Soziologie an der Mimar Sinan
University. Sie ist Mitorganisatorin von verschiedenen Aktionen der Frauenbewegung
und Gründerin und führende Aktivistin in der Amargi Women’s
Organization und Herausgeberin einer zugehörigen Zeitschrift. In ihren
Arbeiten beschäftigt sich u.a. mit Friedensbewegungen, dem Ausschluss
von Minderheiten, Geschlechtsidentität und Militarismus. Im Zusammenhang mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit zur Kurdenfrage, die gewissen Kreisen in der Türkei ein Dorn im Auge war, wurde sie 1998 zu Unrecht beschuldigt, im Auftrag der PKK einen Bombenanschlag auf einen Basar in Istanbul verübt zu haben. Sie kam für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis und wurde schwer gefoltert. Aus der Untersuchungshaft entlassen, verbrachte sie den größten Teil des über zwölf Jahre dauernden Verfahrens auf freiem Fuß und setzte ihre Arbeit fort. Schließlich wurde sie frei gesprochen, doch Anfang 2009 wurde die Anklage wieder aufgenommen, und nach den neusten, hoch dramatischen Entwicklungen droht ihr jetzt eine Verurteilung zu 36 Einzelhaft. Seit dem Sommer 2009 lebt sie in Deutschland, seit 1. Dezember 2009 als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms. Sie hat mehrere Sachbücher mit soziologischer Thematik geschrieben und zahllose Artikel in türkischen und kurdischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Im März 2010 wird im Orlanda Verlag Berlin ihr neues Buch "Zum Mann gehätschelt - zum Mann gedrillt" in deutscher Übersetzung erscheinen.
Pinar Selek ist seit Dezember 2009 im Writers in Exile-Programm.