23.10.2009 – Internationaler PEN verabschiedet Resolution zu Google

Der Internationale PEN hat auf seiner Jahrestagung in Linz/Österreich folgende vom deutschen PEN eingebrachte Resolution angenommen:

„Die Firma Google Inc. scannt seit 2004 Millionen von Büchern in Bibliotheken und stellt sie ins Netz, ohne das Einverständnis der Autoren eingeholt zu haben. Mehr als die Hälfte der eingescannten Bücher stammt von europäischen Autoren. Die gegen diese Rechtsverletzung seit 2005 anhängige Klage einiger amerikanischer Verleger und einer amerikanischen Schriftstellervereinigung wurde am 28.10.2008 in einer mehrere hundert Seiten umfassenden Vereinbarung vor einem New Yorker Gericht verglichen. Da dieses Klageverfahren nach dem amerikanischen Prozessrecht als Sammelklage zugelassen wurde, entfaltet die Regelung des Vergleiches bei Bestätigung durch das New Yorker Gericht weltweit Geltung. Der Vergleich ist unfair, unangemessen und unvernünftig. Die Regelungen im Vergleich höhlen die Rechte der Autoren aus.

Das Vorgehen von Google bei der Digitalisierung von Büchern ist nicht akzeptabel. Es ist mit den weltweit anerkannten Grundsätzen im Urheberrecht nicht zu vereinbaren. Der Internationale PEN fordert die Regierungen auf, das geltende Urheberrecht ihrer Autoren zu wahren, die Honorarbedingungen und die Würde der kreativ tätigen Schriftsteller und Wissenschaftler zu schützen und sich der weltweiten Monopolisierung des Urheberrechts bei Google zu widersetzen.“

Der Internationale PEN wird den Inhalt dieser Resolution jetzt weltweit vertreten.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär

Beginn:
23.10.2009

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