Das PEN-Zentrum Deutschland sieht in der Anklage gegen Orhan Pamuk einen brutalen Angriff auf die Meinungsfreiheit

Das PEN-Zentrum Deutschland protestiert gegen den Versuch eines Istanbuler Staatsanwalts, den Schriftsteller Orhan Pamuk, den diesjährigen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, zu kriminalisieren. Die Anklage wegen „öffentlicher Herabsetzung des Türkentums“ ist nach Meinung des PEN ein brutaler Angriff auf die Meinungsfreiheit und eines Landes unwürdig, das sich um die Mitgliedschaft in der EU bewirbt. Orhan Pamuk hat in seinen Romanen die ethnischen, religiösen und politischen Konflikte in seiner Heimat zum Thema gemacht und dabei auch den in der Türkei weithin totgeschwiegenen Genozid an den Armeniern zur Sprache gebracht. Damit hat er seinem Land einen großen Dienst erwiesen, denn die Türkei wird ihre inneren Konflikte nur lösen können, wenn sie sich endlich auch den dunklen Seiten ihrer Geschichte stellt.

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