PEN-Zentrum Deutschland und Verband deutscher Schriftsteller (VS) protestieren mit einer Unterschriftensammlung auf der Frankfurter Buchmesse für die Freiheit des Wortes – für Orhan Pamuk

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftsteller (VS) nehmen die Frankfurter Buchmesse zum Anlaß, um mit einer Unterschriftensammlung gegen die Kriminalisierung des diesjährigen Trägers des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Orhan Pamuk, zu protestieren.
Pamuk soll auf Initiative eines Istanbuler Staatsanwaltes im Dezember dieses Jahres der Prozeß wegen „öffentlicher Herabsetzung des Türkentums“ gemacht werden. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren, weil er dunkle Seiten in der Geschichte seines Heimatlandes, wie die Massentötung an den Armeniern, beim Namen genannt hat.
Nach Meinung des PEN und des VS ist es das Recht und die Pflicht von Schriftstellern, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Wir sehen im Vorgehen gegen Pamuk einen brutalen Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Orhan Pamuk soll anhand von Paragraphen im türkischen Strafrecht (z.B. Artikel 301/1) verurteilt werden, die im Widerspruch zu Menschenrechtskonventionen und zum Recht auf freie Meinungsäußerung stehen.

Wir appellieren an die türkische Regierung, sich an die seitens der Türkei unterschriebenen und ratifizierten Menschenrechtskonventionen zu halten, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu garantieren sowie die genannten und ähnliche Paragraphen im Strafrecht zu ändern oder ganz daraus zu streichen.

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