Einrichtung eines eigenen Bundeskulturministeriums

Auch wenn die Arithmetik der Großen Koalition durcheinandergerät, mahnt das PEN-Zentrum Deutschland die Einrichtung eines eigenen Bundeskulturministeriums an. Maßgebliche Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien haben im Wahlkampf die Aufwertung des bisherigen Bundesbeauftragten für Kultur und Medien empfohlen. Nach der Wahl sollten diese Vorstellungen in den Verhandlungen über eine Große Koalition berücksichtigt werden.
In den letzten sieben Jahren seit der Einrichtung des Amtes eines Beauftragten sind die kulturpolitischen Anforderungen an den Bund enorm gewachsen.
Nötig sind eine Bestandsaufnahme und ein Entwicklungsplan, der die Grundlagen der Kulturnation sichert und den Ausgleich zwischen West und Ost gewährleistet.
Erforderlich ist eine stärkere Präsenz im Rahmen der EU, um den Bestand kultureller Strukturen gegen nivellierende Marktregelungen zu schützen.
Unabdingbar ist die soziale Sicherung der Urheber durch Wahrung ihrer Rechte in der Mediengesellschaft.
Die deutsche Kulturarbeit im Ausland soll neue Impulse erfahren und verstärkt werden.
In der kommenden Legislaturperiode muß das Verhältnis von Bund und Ländern bei der Kulturförderung neu austariert werden.
Die Kulturpolitik des Bundes muß aufgewertet, erweitert und institutionell durch ein selbständiges Ministerium verantwortet werden. Politische Phantasie und Sachverstand sollten eine solche Lösung unabhängig von parteitaktischen Überlegungen möglich machen.

PENZentrum Deutschland
Wilfried F. Schoeller, Generalsekretär

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