Presseerklärung zur Verleihung der Hermann Kesten-Medaille 2005 an JOURNALISTE EN DANGER (JED)

Das PEN-Zentrum Deutschland zeichnet in diesem Jahr die Organisation „Journaliste en danger“ (JED) mit der Hermann Kesten-Medaille aus. Seit Jahren tritt diese Gruppe in Kongo-Kinshasa für die Menschenrechte verfolgter und inhaftierter Journalisten und Schriftsteller ein. Sie bringt in enger Zusammenarbeit mit mehreren anderen Organisatonen, unter anderen dem Internationalen PEN, die Verletzungen von Menschenrechten an die Weltöffentlichkeit und hilft, soweit es ihre finanzielle Situation erlaubt, den im Centre pénitaire et de reéducation langfristig inhaftierten Kollegen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln, Kleidung und Lesestoff sowie den betroffenen Angehörigen mit Unterhaltszuwendungen.

Journaliste en danger (www.jed-congo.org) gehört zu den aktivsten und zuverlässigsten Organisationen in Schwarzafrika, die über die Arbeit an Ort und Stelle hinaus regelmäßig über die Situation im Lande informieren. Der PEN würdigt diese Arbeit als ein ermutigendes Zeichen für die Behauptung von Menschenrechten auch unter schwierigsten politischen Bedingungen. JED gibt ein Beispiel dafür, wie Solidarität durch Beharrlichkeit und Mut in bedrängter Lage geübt werden kann.

Die Hermann Kesten-Medaille, die das Deutsche PEN-Zentrum seit 1988 an Personen und Institutionen für besondere Verdienste um die Menschenrechte im Sinne der PEN-Charta vergibt, ist mit einer vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gestifteten Preissumme von 10.200 Euro verbunden. Die Auszeichnung wird am 13. November um 11.00 Uhr im Karolinensaal des Darmstädter Hauses der Geschichte verliehen. Die Laudatio hält der Münchner Schriftsteller Uwe Timm.

Am nächsten Vormittag, dem 14. November, wird die Gruppe JED auf einer Pressekonferenz in Berlin noch einmal vorgestellt. Der deutsche PEN, der diese Präsentation gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels in dessen Berliner Büro am Schiffbauerdamm veranstaltet, will dabei auch einen Ausblick auf den Internationalen Kongreß des PEN geben, der zwischen dem 20. und 28. Mai 2006 am Berliner Gendarmenmarkt stattfindet und der einen besonderen Nachdruck auf die Vorstellung schwarzafrikanischer Literatur legen wird. Am 15. November wird im Berliner Haus der Kulturen mit einer Kollektivlesung Berliner Autoren der Schriftsteller im Gefängnis gedacht.

Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland

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