Heine-Preis für Peter Handke

Ungeachtet der Tatsache, dass die Parteinahme des Autors Peter Handke für einen Kriegshetzer den in der Charta des PEN niedergelegten Prinzipien widerspricht, und unabhängig davon, dass die Jury des Heine-Preises ihm eine Auszeichnung zuspricht, die explizit der Völkerverständigung dienen soll, erklärt das PEN-Zentrum Deutschland: Mit Bestürzung registrieren wir das Niveau und den Verlauf der öffentlichen Diskussion um den Heine-Preis für Peter Handke. Hier wird ein unwürdiges Schauspiel geboten. Der Stadtrat von Düsseldorf mischt sich in die Entscheidung einer unabhängigen Jury ein, die von der Stadt selbst berufen worden ist. Wer eine Jury bestellt, sollte ihre Entscheidungen auch dann hinnehmen, wenn sie ihm nicht passen. Politiker gebärden sich als Literaturkritiker, ohne die strittigen Texte überhaupt zu kennen. Auf einem Minimum an Sachkenntnis sollte jedermann bestehen. Eine auf Skandale versessene Boulevardpresse schürt die Erregung über einen Schriftsteller, nur weil er auf dem demokratischen Recht einer abweichenden Meinung besteht. Gerade über die gesammelten Serbien-Texte Handkes und ihre Befremdlichkeiten ist eine genaue Diskussion erforderlich.

Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland

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