Gemeinsame Presseerklärung zum Abbau der Goethe-Institute

Die Mitglieder des PEN-Zentrums Deutschland und des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland beobachten mit großer Besorgnis den Abbau der Goethe-Institute in Westeuropa. Wir Autoren, die wir in Deutschland, in Frankreich, Italien, Irland, den USA, Schweden, den Niederlanden, Israel, Neuseeland leben und arbeiten, sind beschämt über diesen so offenbaren kulturellen Rückschritt. Wir protestieren gegen eine kurzsichtige Sparpolitik, die den wertvollen Bestand von Bibliotheken auflöst, Mitarbeiter entlässt und meint, sich mit gesichtlosen „Informationszentren“ unter dem Namen Goethes begnügen zu können. Sparend dezimiert sie damit das wichtigste Kapital, das Deutschland für sein Prestige im Ausland vorweisen kann: seine Kultur. Wir fragen: aus welchem Fundus soll Europa gebaut werden wenn nicht aus einem kulturellen und historischen Selbstverständnis? Wie soll unser Beitrag dazu sichtbar sein, wenn schon bei den nächsten Nachbarn die kulturelle Vermittlung versagt? Noch immer gilt die Behauptung, die Kultur sei eine der Säulen deutscher Außenpolitik. Wir fordern vom deutschen Außenminister mehr als ein Lippenbekenntnis dazu und weitläufige Goethe-Institute statt engstirnigen Provinzialismus.

Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär PEN-Zentrum Deutschland

Chaim Noll
Sekretär PENZentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

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