Mumia Abu-Jamal

Fast ein Vierteljahrhundert lang sitzt der Journalist Mumia Abu-Jamal, ehemaliger Aktivist der Black Panther, in der Todeszelle. Er wurde wegen Mordes an einem Polizisten in Philadelphia zur Höchststrafe verurteilt. Von Anfang an gab es erhebliche Zweifel über seine Täterschaft. Sie führten dazu, dass auf Grund mehrerer Berufungsverhandlungen die Hinrichtung aufgeschoben wurde. Inzwischen sind die Indizien, die dem Urteil zugrunde liegen, noch fragwürdiger geworden. Seit Jahren wird das beeidete Geständnis eines anderen, er habe den Polizisten getötet, in den Verfahren nicht berücksichtigt.

Der Verdacht wird nicht ausgeräumt, dass Mumia Abu-Jamal vor allem aus rassistischen und politischen Gründen verurteilt worden ist.

Die Dürftigkeit der Beweismittel, die zwingende Vermutung von Beweismanipulationen und die lange Haftdauer erfordern eine klare Entscheidung: Mumia Abu-Jamal muß freigelassen werden.

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Persönlichkeiten aus aller Welt, unter ihnen Nelson Mandela, für ihn ausgesprochen. Er ist zum Ehrenbürger von Paris ernannt worden. Nach der Hinrichtung von Stanley Tookie Williams im Dezember vergangenen Jahres soll dieser Appell erneuert werden. Jede Verlängerung der Haft wäre barbarisch, erst recht die Bestätigung der Todesstrafe. Das PEN-Zentrum Deutschland fordert mit der Freilassung von Mumia Abu-Jamal nichts mehr als einen selbstverständlichen Akt der Humanität.

Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär PEN-Zentrum Deutschland

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