In den Netzen der Erinnerung. Carola Stern zum Gedenken.

Am 19. Januar 2006 ist Carola Stern, achtzigjährig, gestorben. Zu ihrem Gedenken lesen Schriftsteller und Journalisten des PEN am 23. Januar 2008 um 19.30 Uhr im Literaturhaus Darmstadt, Kasinostr. 3 aus ihrem Werk. Unter anderen: Eva Demski, Christa Dericum, Klaus Hensel und Johano Strasser.
Die Veranstaltung moderiert Wilfried F. Schoeller. Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Walter Hoffmann.

Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

Sie hat ihre Lebensabenteuer und Irrungen unter dem Signaltitel des „Doppellebens“ versammelt. Carola Stern hat sich zweimal dem falschen Glauben hingegeben: in ihrer frühen Jugend dem Nationalsozialismus, dann den Doktrinen der DDR. Aber sie hat mit souveräner Schonungslosigkeit ihre ideologischen Verblendungen bekannt und hat sie überwunden. Sie wurde in der selbstkritischen Auseinandersetzung zur deutschen Chronistin und zu einer kämpferischen Demokratin, die sich leidenschaftlich der zivilgesellschaftlichen Entwicklung widmete. Ihr journalistisches Werk gehört zur politischen Kultur Westdeutschlands. Ihre biographischen Studien holten vergessene Frauengestalten aus dem historischen Dunkel; sie schildern Balanceakte zwischen Glückserwartungen und Alltagszwängen und zeigen, wie bei aller Ernüchterung doch ein erfülltes Leben gelingen kann.
Viele Jahre lang arbeitete sie im Dienst des deutschen PEN und wurde seine Ehrenpräsidentin. Sie hat ihr Vermögen in eine Stiftung eingebracht, die sich den bedrohten und verfolgten Autoren widmen soll.

Der Eintritt ist frei.

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