Grußadresse des deutschen PEN Zentrums an Mumia Abu-Jamal

Anlässlich der Solidaritätsveranstaltung am 17.4.2008 in Berlin*

Am 26. Juli 2007 hat der Vorstand des American PEN-Center in New York unseren US- Kollegen Mumia Abu-Jamal als Vollmitglied aufgenommen. Mit Blick auf seine besondere Lage – er muss seiner Arbeit als Schriftsteller und Journalist in einem US-Todestrakt nachgehen – heißt es im Schreiben an Abu-Jamal: »Egal wo Sie leben, haben Sie viele Möglichkeiten, sich an der Arbeit des PEN zu beteiligen. (…) Sie sind jetzt Mitglied einer internationalen Gemeinschaft und kommen in den Genuss wechselseitiger Privilegien der 141 PEN-Zentren auf der Welt.«
Das PEN-Zentrum Deutschland hatte für den 17. April 2008 im Berliner Brecht-Haus einen »Abend für Abu-Jamal« angesetzt. Sein Fall wurde aufgerollt und die PEN-Mitglieder Brigitte Burmeister und Lothar Trolle sowie der Schauspieler Rolf Becker lasen aus Abu-Jamals Texten.
Ein Vierteljahrhundert sitzt der Journalist und fünffache Buchautor Mumia Abu-Jamal, ehemaliger Aktivist der Black Panther, wegen angeblichen Polizistenmords in der Todeszelle. Aber die Beweismittel sind dürftig und Manipulationen aus rassistischen und politischen Gründen naheliegend. Zahlreiche entlastende Beweise der Verteidigung wurden bislang gerichtlich nicht zugelassen. Zuletzt hat das US-Bundesberufungsgericht am 27. März 2008 entschieden, dass das Todesurteil zwar nicht vollstreckt werden, er aber weiterhin wegen Mordes verurteilt bleiben soll. Das würde bestenfalls für ihn nach Rechtskraft der Entscheidung bedeuten, dass er zeitlebens in einem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt bleibt.

Noch sitzt er aber im Todestrakt, und die Gefahr der Hinrichtung ist nicht gebannt, da die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat.

In den über 26 Jahren seiner Haft hat Abu-Jamal nicht nur einen mutigen Kampf für ein neues Verfahren, sondern generell gegen die Todesstrafe geführt. Mit seinen Schriften und Hörfunkbeiträgen gegen die Todesstrafe, gegen Unrecht, Rassismus und Krieg, ist er zu einem anerkannten Autor und Sprecher jener geworden, die sich allen Formen der Barbarei widersetzen. Wie kein zweiter hat Abu-Jamal dem Kampf gegen die Todesstrafe ein Gesicht gegeben. Er darf nicht jenen Kräften ausgeliefert bleiben, die seine Hinrichtung in einen Sieg über alle Gegner der Todesstrafe verwandeln wollen.
Unserem Kollegen Mumia Abu-Jamal kann Gerechtigkeit nur widerfahren, wenn der Prozess von 1982 vor einer Jury völlig neu aufgerollt wird. Wir unterstützen Mumia Abu-Jamal und sein Verteidigerteam, geleitet von seinem Hauptanwalt Robert R. Bryan aus San Francisco, und fordern mit ihnen gemeinsam dieses neue und faire Verfahren für Mumia Abu-Jamal.

*Unterstützt von: Literaturforum im Brecht-Haus, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) e. V., Rechtsanwaltskammer (RAK) Berlin, Internationales Verteidigungskomitee (IVK) in Bremen.

Dankesschreiben von Mumia Abu Jamal
Mumia Abu Jamal hat dem PEN für die Solidaritätsveranstaltung im April mit einem persönlichen Brief gedankt. Auch der Anwalt Robert Bryan, der bei der Veranstaltung gesprochen hat, hat uns gedankt. Der Leiter des Solidaritätskomitees, der auch Abu Jamals deutscher Verleger ist, hat dessen Brief übersetzt.

Hier können Sie alle drei Dokumente nachlesen:

Wenn auch Sie die Grußadresse für Abu Jamal unterschreiben möchten, so wenden Sie sich bitte direkt an das PEN-Zentrum.

  • Johano Strasser
  • Wilfried F. Schoeller
  • Sabine Kebir
  • Jens Wonneberger
  • Christa Schuenke
  • Katja Behrens
  • Herbert Wiesner
  • Herman-Anders Korte
  • Olaf Georg Klein
  • Christa Wolf
  • Günter Grass
  • Joachim Sartorius
  • Christoph Hein
  • Doris Dörrie
  • Tanja Kinkel
  • Iring Fetscher
  • Regula Venske
  • The Dung
  • Jurij Koch
  • Keto von Waberer
  • Gisela Heidenreich
  • Fahime Farsaie
  • Ernst Schumacher
  • Andreas Rumler
  • Heinz G. Schmidt
  • Heinrich Peuckmann
  • Uwe Pörksen
  • Hermann Schulz
  • Brigitte Burmeister
  • Volker Kühn
  • Mirko Bonné
  • Heinz Ludwig Arnold
  • Jochen Schimmang
  • Jan Kemp Riemenschneider
  • Claudia Schmölders
  • Thomas Lehr
  • Gerd-Peter Eigner
  • Lena Kugler
  • Martin Lüdke
  • Christian Grote
  • Jochen Jung
  • Martin Grzimek
  • Sibylle Knauss
  • Werner Söllner
  • Robert Stauffer
  • Thomas Kunst
  • Hans-Christian Oeser
  • Said
  • Ricarda Bethke
  • Roger Manderscheid
  • Oyvind Foss
  • Stevan Tontic
  • Adalbert Podlech
  • Otto A. Böhmer
  • Inge Jens
  • Franziska Sperr
  • Adel Karasholi
  • Renate Axt
  • Max Kruse
  • Hubert Witt
  • Gert Heidenreich
  • Frank Heibert
  • Gert von Paczensky
  • Asta Scheib
  • Hans Eckardt Wenzel
  • Klaus Martens
  • Hans Thill
  • Jürgen Engler
  • Gerhart Zwerenz
  • Jochen Greven
  • Karl Otto Mühl
  • Fitzgerald Kusz
  • Christoph Lindenmeyer
  • Andreas Tretner
  • Jochen Missfeld
  • Günter Preuß
  • Irene Ferchel
  • Friederike Roth
  • Klaus-Jürgen Liedtke
  • Yüksel Pazarkaya
  • Franz Norbert Mennemeier
  • Herbert Rosendorfer
  • Detlef Michel
  • Johann P. Tammen
  • Otto Köhler
  • Hermann Kinder
  • Jörg Drews
  • Gert Loschütz
  • Imre Török
  • Klas Ewert Everwyn
  • Lothar Trolle
  • Wolfgang Schiffer
  • Andreas Kövary
  • Günter Mödder
  • Christian Schneider
  • Ulrich Ott
  • Uli Rothfuss
  • Achim Bröger
  • Uwe Herms
  • Thomas Reschke
  • Daniela Dahn
  • Jochen Laabs
  • Bernd Schirmer
  • Jörg Schröder
  • Andreas Altmann
  • Ralph Grüneberger
  • Christoph Links
  • Walter Kaufmann
  • Renate Drommer
  • Barbara Bronnen
  • Bernd Leistner
  • Volker Ludwig
  • Herrad Schenk
  • Fred Breinersdorfer
  • Thomas Meinecke
  • Silvia Schlenstedt
  • Dieter Schlenstedt
  • Willi Jasper
  • Peter Böthig
  • Klaus Staeck
  • Horst-Eberhard Richter
  • Jan Philipp Reemtsma
  • Hanh Nghi Bui
  • Jürgen Banscherus
  • Dirk Sager
  • Gerhard Schoenberner
  • Gisela Kraft

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.