Presseerklärung zu Olympia

Die Olympischen Spiele entwickeln sich dank deutscher Sportfunktionäre zum Trauerspiel über Meinungs- und Pressefreiheit. Zunächst haben die obersten Sportverwalter die Öffentlichkeit über angebliche Zusagen der chinesischen Politiker getäuscht, die Pressefreiheit zu achten. Als dann die Zensur im Internet einsetzte und damit die Funktionäre dementierte, hat der DOSB, allen voran Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper, diese Praxis mit unsäglichem Gerede vernebeln wollen. Den deutschen Athleten wurde mit einem Knebelvertrag ein Maulkorb für vier Wochen verpasst. Sie dürfen demnach keine journalistischen Beiträge und nicht einmal Internet-Tagebücher veröffentlichen. Widrigenfalls droht ihnen der Ausschluss von Olympia. Damit werden ihnen Grundrechte verwehrt.

Es ist der Stil von Bananenrepublikanern, einem autoritären Regime, das ständig Menschenrechte, beispielsweise von Tibetern und Uiguren, verletzt, Entgegenkommen zu zeigen. Bach und Vesper bereichern die Olympischen Spiele um eine Disziplin: politische Unterwürfigkeit. Wir hoffen, es werden sich genügend Athleten finden, die in Peking auch ihren Funktionären zeigen, dass der viel beschworene olympische Geist die Unterdrückung unserer demokratischen Grundwerte ausschließt.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär

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