PEN-Zentrum Deutschland verleiht Hermann-Kesten-Preis 2008 an „Memorial“

Den diesjährigen Hermann-Kesten-Preis erhält die russische Forschungs- und Menschenrechtsorganisation „Memorial“. Seit ihrer Gründung durch Andrej Sacharow widmet sie sich den Opfern des Stalinismus und der staatlichen Willkür in der Sowjetunion, erforscht ihre Lebensumstände im Gefängnis und im Gulag, versucht, die Namen und Biographien der anonymen Toten zu ermitteln, sammelt ihre Hinterlassenschaften für den Aufbau eines repräsentativen Museums. Damit leistet „Memorial“ einen unschätzbaren Beitrag zur demokratischen Kultur des Landes. Das PEN-Zentrum Deutschland würdigt mit dem Hermann-Kesten-Preis eine herausragende Institution für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland, für ihre Unbeirrbarkeit und ihre Zuversicht bei der Durchsetzung der Menschenrechte.

Der Preis wird alljährlich am writers-in-prison-day in Erinnerung an den ehemaligen PEN-Präsidenten Hermann Kesten verliehen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt die Ziele, die mit der Auszeichnung verbunden sind, und trägt die Preissumme von 10 000 Euro. In den vergangenen Jahren wurden unter anderen der englische Dramatiker Harold Pinter, die russische Journalistin Anna Politkowskaja und posthum der ermordete türkisch-armenische Journalist Hrant Dink ausgezeichnet.
Der Hermann-Kesten-Preis wird am 14. November 2008 um 19.00 Uhr im Karolinensaal des Hessischen Staatsarchivs in Darmstadt verliehen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Wilfried F. Schoeller
Generalsekretär

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