Presseerklärung des deutschen PEN-Zentrums zum Kurs der Abschreckung in China

Liu Xiaobo (53), der ehemalige Präsident des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums, ist seit mehr als einem halben Jahr seiner Freiheit beraubt, ohne dass Anklage erhoben und ein legaler Prozess geführt wurde. Heute erreicht uns die Meldung, dass seine Verurteilung in Kürze zu erwarten sei. Es drohe eine demonstrativ harte, langjährige Freiheitsstrafe. Dazu passt, dass zwei der 8000 Unterzeichner der Charta 08 ohne Verfahren in ein Arbeitslager geschickt wurden.
Das deutsche PEN-Zentrum sieht mit großer Sorge und Empörung, dass China mit der Verurteilung Liu Xiaobos offenbar auf einen Abschreckungskurs zusteuert, der noch einmal deutlich macht, wie wenig die Freiheit des Wortes im Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gilt.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär

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