PEN-Petition zu Liu Xiaobo

Das PEN-Zentrum Deutschland hat mit angemessenem Vorlauf von etwa zwei Wochen eine von mehr als zweihundert namhaften Schriftstellern unterzeichnete Petition an den Herrn Bundespräsidenten, an den Präsidenten des deutschen Bundestages, die Bundeskanzlerin und den Präsidenten des Bundesratsgeschickt. Diese Petition ist ein dringender Appell an die Organe der Bundesregierung, bei allen Kontakten mit Politikern der VR China auf die Freilassung chinesischer Bürgerrechtler und insbesondere die Haftentlassung bzw. den Freispruch unseres PEN-Kollegen Dr. Liu Xiaobo hinzuwirken. Wir wissen uns darin einig mit dem Internationalen PEN und dem Independent Chinese PEN, der im Oktober unser Partner bei der Frankfurter Buchmesse sein wird.

Der Petition haben sich neben dem VS-Verband deutscher Schriftsteller in ver.di und der Akademie der Künste, Berlin unter anderen Christa Wolf, Inge Jens, Hildegard Hamm-Brücher, Günter Grass, Klaus Staeck und Klaus von Dohnanyi angeschlossen. Ganz viele jüngere Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben wir als Befürworter dieser Petition gewinnen können. Man könnte es auf die Formel bringen: die gegenwärtige deutsche Literatur, Schriftsteller, Kritiker, Übersetzer haben diesen Appell unterzeichnet.

Seit gestern liegt eine erste, sehr positive Reaktion von Professor Norbert Lammert, dem Präsidenten des Bundestags vor, der bereits seit Monaten im Sinne unseres Appells tätig ist. Der deutsche PEN ist gespannt auf die Antworten der anderen Adressaten. Wir sehen mit großer Sorge, aber auch bereit zu Gesprächen, der diesjährigen Frankfurter Buchmesse entgegen, als deren Gastland sich die VR China erst noch bewähren sollte. Das PEN-Zentrum Deutschland wird an jedem Messetag zwischen 11 und 12 Uhr an seinem Stand dem Independent Chinese PEN ein Forum für die Darstellung seiner gesellschaftspolitischen und literarischen Probleme bieten. Wir verbeugen uns damit vor der chinesischen Dichtung, der ein hoher Rang innerhalb der Weltliteratur gebührt.

Aufruf zu Liu Xiaobo (pdf, öffnet neues Fenster)

Mit herzlichen Grüßen
Herbert Wiesner
Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland

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