Baltasar Garzón erhält den Hermann-Kesten-Preis 2009

Den Hermann-Kesten-Preis 2009 erhält Baltasar Garzón Real, der 1955 geborene Untersuchungsrichter am höchsten Strafgerichtshof Spaniens, der Audiencia Nacional in Madrid. Der engagierte Streiter für die Achtung der Menschenrechte wurde weltweit bekannt, als er 1998 wegen der Ermordung und Folterung spanischer Staatsbürger einen Haftbefehl gegen den ehemaligen chilenischen Junta-Führer Augusto Pinochet durchsetzte, der dann in London zu längerer Inhaftierung des Diktators führte.
Nach dem Prinzip universeller Rechtssprechung leitet Baltasar Garzón nun die Vorermittlungen gegen jene sechs Juristen der Bush-Regierung, die Foltermethoden gerechtfertigt hatten, wie sie in Guantanamo und anderswo angewandt wurden. Der in Spanien hoch geachtete Richter hat sich damit rechtens zum Anwalt eines durch staatlich sanktionierte Folter tief verstörten und verletzten Weltgewissens erhoben.
Der Preis wird alljährlich zum Writers-in-Prison-Tag in Erinnerung an den deutschen Schriftsteller und ehemaligen PEN-Präsidenten Hermann Kesten verliehen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt die Ziele, die mit der Auszeichnung verbunden sind, und trägt die Preissumme von 10.000 Euro. In den vergangenen Jahren wurden unter anderen die russische Journalistin Anna Politkowskaja, posthum der ermordete türkisch-armenische Journalist Hrant Dink und im vorigen Jahr die russische Forschungs- und Menschenrechtsorganisation „Memorial“ ausgezeichnet. Ihr hatte auch die am 16. Juli 2009 ermordete Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa angehört. Der Hermann-Kesten-Preis wird am 12. November 2009 um 20 Uhr in den Kammerspielen des Darmstädter Staatstheaters verliehen. Die Laudatio hält Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär

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