PEN verurteilt Verhaftung des Schriftstellers Reza Najafi im Iran

„…Ihr wisst nicht, wie es ist,
Wenn man nächtelang wachen, horchen und bang sein muss.“ (Hermann Hesse)

Er baut an einer Brücke zwischen der deutschen und iranischen Literatur. Reza Najafi hat Hermann Hesse übersetzt und seine Leser im Iran an deutschsprachige Autoren von Franz Kafka bis zu Günter Grass herangeführt – kein politischer Aktivist, sondern ein Mann der Literatur. Doch als Schriftsteller, Übersetzer und Literaturkritiker trat er ein für die Freiheit des Wortes – solange er konnte. Reza Najafi wurde am 3. Januar verhaftet. Das Telefon in seiner Wohnung in Teheran schweigt, denn auch von der Ehefrau, der Schriftstellerin und Übersetzerin Parisa Rezaii, und dem jungen Sohn fehlen jede Spur.

Das Grauen der Verfolgung gegenüber allen, die sich nicht zu Propagandisten des Regimes machen lassen wollen, nimmt seinen Fortgang.

Das deutsche PEN-Zentrum bekundet sein Entsetzen über die Welle des Terrors, die all jene erfasst, die sich nicht den Wahnvorstellungen der iranischen Regierung ergeben. Wir verkennen nicht, dass das iranische Volk selbst einen Weg finden muss, der es von der religiös verbrämten autoritären Herrschaft befreit. Wir bekunden unsere große Achtung gegenüber jenen, die vor der Maschinerie des Schreckens nicht zurückweichen. Die Leiden der Opfer verlangen unsere Solidarität.

Publikation ist derzeit die einzige Hilfe, die wir den Opfern zukommen lassen können, weshalb wir Sie bitten, sich auch dieser Notiz anzunehmen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Dirk Sager
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

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