Neue Festnahmewelle in China – Schriftsteller ZHAO DAGONG in Polizeigewahrsam

10.000 Bürgerinnen und Bürger Chinas haben sich auf einer Unterschriftenliste mit dem chinesischen Schriftsteller und Menschenrechtler Dr. Liu Xiaobo solidarisiert, der im Dezember 2009 als einer der Erstunterzeichner der Charta 2008 zu 11 Jahren Haft verurteilt wurde.

Vor mehr als zwei Tagen ist nun der Schriftsteller ZHAO DAGONG aus Shenzhen in Polizeigewahrsam genommen worden, weil er mit seiner Unterschrift seine Solidarität mit den Inhalten der Charta und damit mit Liu Xiaobo bekräftigt hat.

Das PEN-Zentrum Deutschland befürchtet, dass eine Verhaftungswelle unter den 10.000 Unterzeichnern ausbrechen wird und protestiert auf das Heftigste gegen dieses Vorgehen der Polizei.

Wir appellieren an den deutschen Außenminister Dr. Guido Westerwelle, auf seinem China-Besuch gegen solche polizeistaatlichen Maßnahmen Einspruch zu erheben. Eine den Werten der Demokratie verpflichtete Außenpolitik kann ohne Engagement für die Freiheit des Wortes nicht überzeugen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner, Generalsekretär
Dirk Sager, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter
Shi Ming, Mitglied des Präsidiums

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