PEN fordert Abzug aus Afghanistan

Einmütigkeit bei der Jahrestagung in Osnabrück

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert einstimmig den raschen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan. Der PEN griff damit das historische Thema des Tagungsortes auf, wo am Samstag die Jahresversammlung seiner Mitglieder zu Ende ging. Im Rathaus der Friedenstadt Osnabrück drangen die Schriftsteller auf ein Ende der Kampfhandlungen, weil der Krieg gegen die Taliban militärisch nicht zu gewinnen sei und dem Land am Hindukusch keinen Frieden bringen könne. „Der jetzt geführte Krieg erzeugt nichts anderes als Krieg.“ Die Errichtung einer Zivilgesellschaft kann nur im Frieden gelingen.

In zwei weiteren Beschlüssen verurteilt das PEN-Zentrum Deutschland die mit Rufmord und Justizintrigen betriebene Kampagne gegen den spanischen Untersuchungsrichter Baltasar Garzón Real. Der deutsche PEN hatte 2009 diesem international bekannten mutigen Anwalt der Menschenrechte den Hermann-Kesten-Preis verliehen, weil er sich unter anderem gegen die Rechtfertigung von Folter gewandt hat. Nun soll Garzón durch die Entlassung aus dem Amt entmachtet werden. Rechtsgerichtete Kreise in Spanien wollen damit verhindern, dass Garzón wegen der tausendfachen Morde in Zeiten der Franco-Diktatur ermittelt und die Verantwortlichen namhaft macht. Die deutsche Bundesregierung wird aufgefordert, für den zurzeit gegen Garzón geführten Prozess einen Beobachter zu entsenden.

Der PEN verwandte sich für die Freilassung von Mumia Abu-Jamal, in den siebziger Jahren ein Anhänger der „Black Panther-Bewegung“, der wegen angeblichen Polizistenmordes seit 25 Jahren im Gefängnis sitzt und vom Vollzug der Todesstrafe bedroht ist. Zusammen mit dem amerikanischen PEN forderten die deutschen Schriftsteller außerdem eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Die Resolutionen im Wortlaut können Sie hier abrufen:

Afghanistan

Baltasar Garzón

Mumia Abu Jamal

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär

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