PEN-Zentrum Deutschland fordert Aufhebung der „Sippenhaft“ von Liu Xia und Amnestie für Liu Xiaobo

Das PEN-Zentrum Deutschland und das Unabhängige Chinesische PEN-Zentrum haben am 2. März 2011 in einem gemeinsamen Brief an den Staatspräsidenten der VR China Hu Jintao die sofortige Aufhebung des gegenüber Liu Xia verhängten Hausarrestes verlangt, der die 50-jährige Dichterin und Fotografin seit über vier Monaten zur isolierten, von Internet- und Telefon- Kommunikation abgeschotteten Geisel einer absurden „Sippenhaft“ macht, die so gar nicht zu der rasanten, zukunftsorientierten Entwicklung Chinas passt. Der einzige Vorwurf, den der Staat gegenüber Liu Xia erhebt, ist der, dass sie mit Liu Xiaobo, dem Friedensnobelpreisträger 2010, verheiratet ist.

Die beiden PEN-Zentren fordern außerdem eine Amnestie für den Nobelpreisträger und Hermann Kesten-Preisträger des deutschen PEN Dr. Liu Xiaobo, der zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt ist, weil er Mitverfasser und einer der Erstunterzeichner der „Charta 08“ ist und somit in friedfertiger Weise die Einhaltung der menschlichen Grundrechte auch gegenüber chinesischen Staatsbürgern anmahnt. Seine demnächst auch in Deutschland erscheinenden Schriften enthalten keine Aufrufe zur Gewalt.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär PEN-Zentrum Deutschland

Tienchi Martin-Liao
Präsidentin Unabhängiges Chinesisches PEN-Zentrum

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