Trotz Vorverurteilung: PEN-Ausstellungseröffnung am 6.9.2011

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 9. August haben wir Sie bereits um Ihre Aufmerksamkeit gebeten für die Ausstellung:

PEN – die internationale Schriftstellervereinigung, ihre deutsche Geschichte, ihre Aufgaben

Die von Sven Hanuschek kuratierte und von Reschke, Steffens & Kruse, Berlin/Köln gestaltete Ausstellung wird Dienstag, 6. September, 17 Uhr (geöffnet ab 16 Uhr), im Foyer der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, Schumannstr. 8, gegenüber dem Deutschen Theater, eröffnet. Wie wir erst kürzlich erfahren konnten, wird der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Herr Staatsminister Bernd Neumann, zur Eröffnung sprechen. Und es bleibt dabei: Der große chinesische Schriftsteller Liao Yiwu ist unser besonderer Gast.

Einen kleinen Skandal gibt es auch schon um diese Ausstellung. Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland hat in einer Presseerklärung zu unserer, ihm noch nicht bekannten Ausstellung vor „Geschichtsfälschung“ und „Enteignung“ einer wohl als Eigentum des ehemaligen Exil-PEN angesehenen Geschichte gewarnt. Wir haben Günter Kunert, den verehrten Präsidenten jenes PEN-Zentrums zur Ausstellungseröffnung eingeladen, damit er seinen Verdacht revidieren kann, hier werde Geschichtsklitterung betrieben. Um Geschichte kann man sich streiten, doch sollte man sich unter Freunden nicht darum prügeln – man hat sie einfach, um kritisch und ehrlich damit umzugehen. Genau dies ist die Absicht dieser Ausstellung, die allerdings nur einen kurzen Rückblick auf die Zeit von 1933-1945 wirft. Sehr viel ausführlicher werden die Entwicklungen seit der Neugründung 1948 dargestellt, das Verhältnis von Ost und West bis hin zur späten „Verschmelzung“ der beiden deutschen PEN-Zentren.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich zehn Tage vor der Eröffnung in ihrem Feuilleton Günter Kunerts Vorverurteilung unserer Ausstellung angeschlossen. Es wiederholt sich damit ein vor vielen Jahren schon entbrannter Kampf um die Existenzberechtigung zweier deutscher PEN-Zentren.

Als eine Inszenierung der Selbstfeier betrachten wir diese Ausstellung nicht. PEN International und das deutsche PEN-Zentrum begreifen sich als eine große Organisation zur Wahrung der Menschenrechte und des Rechts auf freie Meinungsäußerung von Schriftstellern und Journalisten in aller Welt. Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen heute die Sorge und die Hilfe für „Writers in Prison“ und „Writers in Exile“.

Auf Anforderung schicken wir Ihnen gerne den Ausstellungskatalog noch vor der Auslieferung des Taschenbuchs als pdf-Datei. Bitte wenden Sie sich an PEN-Germany [at] t-online [dot] de

Auf Ihren Besuch und auf Ihre Berichte freuen wir uns.

Mit freundlichsten Grüßen
Herbert Wiesner
Generalsekretär

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