Hermann Kesten-Preis 2011 an ägyptischen Verleger Mohamed Hashem

Der ägyptische Verleger Mohamed Hashem gründete 1998 in Kairo den unabhängigen Merit Verlag gemeinsam mit einer Gruppe von Intellektuellen um den hoch angesehenen, in 2004 verstorbenen Ibrahim Mansour. Dieser scharte seit den frühen sechziger Jahren die progressive geistige Elite seines Landes um sich. Mohamed Hashem ist bis heute Eigentümer und Geschäftsführer des Merit Verlages. Auch als Autor ist der 1958 in Tanta im nördlichen Nil-Delta geborene Hashem kein unbeschriebenes Blatt. So hatte er sich bereits als Verfasser zahlreicher Reportagen, Novellen und Kurzgeschichten einen Namen gemacht, als 2004 sein Roman Open Playgrounds erschien. Mohamed Hashem ist Mitglied der ägyptischen Reformbewegung Kefaya (Es reicht!), zählt zu den Begründern der ihr angeschlossenen Initiative Schriftsteller und Künstler für den Wandel und gehört der Sozialistischen Partei Ägyptens an.

2006 wurde Mohamed Hashem mit dem von der Association of American Publishers gestifteten Jeri Laber International Freedom to Publish Award ausgezeichnet. Der Preis ist nach der Begründerin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch benannt. Im selben Jahr wurde ein Autor des Merit Verlages, der 1970 geborene Hamdy el Gazzar, für sein Romandebüt The Black Magic mit dem renommierten Literaturpreis der Kairoer Sawiris Foundation geehrt.

Das PEN-Zentrum Deutschland zeichnet im Jahr der arabischen Revolten für die Freiheit Mohamed Hashem mit dem Hermann Kesten-Preis 2011 aus. Mohamed Hashem hat als Verleger eine geistige Welt geschaffen, in der die arabische Erneuerungsbewegung ihren intellektuellen Nährboden gefunden hat. Man hat seinen kleinen, in der Nähe des Tahrir Platzes gelegenen Verlag eine Kaaba für die Intellektuellen genannt.

Die Preisverleihung findet am 15. November 2011 ab 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt statt. Die Laudatio hält Stefan Weidner. Bisher erhielten den Preis, der im Geiste der Charta des Internationalen PEN verliehen wird, unter anderem Anna Politkovskaja, die Gruppe Memorial und der in China inhaftierte spätere Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird je zur Hälfte vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem PEN-Zentrum Deutschland gestiftet.

Für das PEN-Zentrum Deutschland
Herbert Wiesner
Generalsekretär

Text der Pressemitteilung auf englisch, französisch und spanisch.

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