Eine Postkarte von Muharrem Erbey

Der deutsche PEN versucht, mit inhaftierten Schriftstellern weltweit auch brieflich in Kontakt zu bleiben – leider können die Gefangenen nur selten antworten. Um so mehr freut uns die Antwort von Muharrem Erbey, die uns nun erreicht hat! Vielen Dank an Elif Çamyar für die Übersetzung.


Mit freundschaftlichen Grüßen an Deutschland PEN…
Mit dem Wunsch, nicht in Vergessenheit zu geraten.
Freiheit… die Sehnsucht nach Freiheit!

Lieber Sascha Feuchert, 

ich habe Ihre Zeilen der Solidarität, die mich seelisch gestärkt haben, erhalten. Mit Hilfe eines Wörterbuchs habe ich sie verstanden. Ich bin seit 3 Jahren und 2 Monaten in Haft. Ich habe hier einen Roman geschrieben. Eine Friedensphase hat begonnen. Ich hoffe, dass ich die letzten Korrekturen an meinem Roman in Freiheit vornehmen kann. Meine Frau und meine Kinder haben am 30. November in Berlin den an mich verliehenen Ludovic-Trarieux-Preis entgegen genommen. 
Ich bin Euch aus tiefstem Herzen dankbar für Eure Freundschaft und Solidarität. 
Ich habe mein Leben den Menschenrechten gewidmet. Wenn ich entlassen werde, werde ich nur schreiben. 

Mit Hoffnung auf Eure Unterstützung verbleibe ich freundschaftlich,
Muharrem Erbey

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.