Offener Brief – Solidarität mit weißrussischem Verleger Ihar Lohvinau

Das PEN-Zentrum Deutschland und weitere Autoren, Lektoren und Verleger – darunter die Nobelpreisträger Günter Grass und Elfriede Jelinek – haben heute in einem offenen Brief an den weißrussischen Informationsminister gegen den Lizenzentzug für den Verleger Ihar Lohvinau protestiert und die sofortige Wiedererteilung der Publikationsgenehmigung gefordert. Lohvinau ist einer der wichtigsten Verleger in Weißrussland, wo es nur sehr wenige unabhängige Verlage gibt. Er hat die Entwicklung der weißrussischen Literatur in den vergangenen 14 Jahren entscheidend geprägt. Hier der Text des offenen Briefs:

Sehr geehrter Herr Minister, 

das PEN-Zentrum Deutschland und die unterzeichnenden Autoren, Lektoren und Journalisten haben mit Entsetzen Kenntnis davon erhalten, dass Ihre Regierung dem Verleger Ihar Lohvinau unter fadenscheinigen Gründen die Lizenz entzogen hat. Wir halten Ihr Vorgehen für rein politisch motiviert, um einen sehr kreativen und wichtigen Verleger zum Schweigen zu bringen. Der Lohvinau-Verlag ist eine bedeutende Stimme, die mit ihrer Arbeit für die weißrussische Literatur einen wichtigen Beitrag zur weißrussischen Kultur und ihrer internationalen Wahrnehmung leistet. Der Lohvinau-Verlag steht stellvertretend für ein buntes und vielschichtiges kulturelles Erbe der weißrussischen Geschichte, die ein immanenter Teil europäischer Tradition ist. Wir fordern Sie nachdrücklich auf, diesen ungerechtfertigten Lizenzentzug rückgängig zu machen. Wir werden den Fall intensiv weiterverfolgen und solidarisieren uns ohne jede Einschränkung mit unserem Kollegen Ihar Lohvinau.

Für das PEN-Zentrum Deutschland:

Josef Haslinger
Präsident

Sascha Feuchert
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

Offener Brief zum Fall Ihar Lohvinau
Unterzeichner des offenen Briefs zum Fall Ihar Lohvinau

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.