Dichter Aron Atabek im Karaganda Gefangenenlager festgehalten, noch immer kein Kontakt zu seiner Familie

Aron Atabek. Quelle: PEN International

Aron Atabek. Quelle: PEN International

Der internationale PEN geht davon aus, dass der inhaftierte kasachische Dichter Aron Atabek derzeit in einem Gefangenenlager in Karaganda (englisch auch Qaraghandy) festgehalten wird und dass er dorthin verlegt wurde, um an der ersten Anhörung seines Berufungsverfahrens teilzunehmen. Im Jahr 2012 wurde der Dichter wegen des Verstoßes gegen die Gefängnisregeln in der Folge der Online-Publikation seines Buches „Das Herz von Eurasien“ verurteilt. Atabek wurde daraufhin in eine Isolationshaftzelle im Arkalyk-Gefängnis gesperrt, einem der härtesten Gefängnisse Kasachstans. In „Das Herz von Eurasien“ wird die kasachische Regierung scharf kritisiert, insbesondere Präsident Nursultan Nazarbayev.

Basierend auf der Kommunikation des PEN mit dem Büro des kasachischen Generalstaatsanwalts, mit Atabeks Familie und mit einem kasachischen Journalisten vor Ort, der Details von Atabeks Verlegung nach Rücksprache mit dem Leiter des Gefängnissystems von Karaganda bestätigt hat, weiß man nun folgendes:

Aron Atabek wurde am 5. Oktober 2013 aus dem Arkalyk-Gefängnis fortgebracht. Seine Familie hat keinerlei Nachricht über die Verlegung von den kasachischen Behörden erhalten, auch Atabek wurde nicht gestattet, seine Familie über die Verlegung zu informieren, obgleich ihm dies zusteht.

Atabek im Karaganda-Gefangenenlager gemeinsam mit anderen Inhaftierten festgehalten, die ebenfalls angeklagt (nicht verurteilt) sind, oder die auf den Beginn ihres eigenen Berufungsverfahrens warten.

Atabek hat Berufung gegen seine zweijährige Isolationshaft eingelegt (von der er bereits fast ein Jahr verbüßt hat). Sollte er erfolgreich sein, würde er zurück in den normalen Strafvollzug verlegt. Bisher wurde kein Datum für den Beginn seines Prozesses festgelegt.

Trotz zahlreicher Versuche von Atabaks Sohn, den Aufenthaltsort seines Vaters herauszufinden, hat das Strafvollzugskomitee des Innenministeriums wiederholt abgelehnt, die Anwesenheit von Atabek in Karaganda zu bestätigen oder zu dementieren.

Bitte unternehmen Sie etwas!

  • Schreiben Sie dem kasachischen Botschafter und fordern sie ihn auf, sich beim Innenministerium seines Landes dafür einzusetzen, dass Atabeks Familie dessen derzeitigen Aufenthaltsort unverzüglich erfährt.
  • Verlangen Sie, dass Atabek eine regelmäßige Kommunikation mit seiner Familie gestattet wird.

Schreiben Sie einen Protestbrief an:

S.E. den Botschafter von Kasachstan
Herrn Dr. Nurlan Onzhanov
Botschaft der Republik Kasachstan
Nordendstraße 14-17, 13156 Berlin

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