Offener Brief von John Ralston Saul an Präsident Viktor Janukowitsch: Aufruf zum friedlichen Dialog in der Ukraine

Quelle: PEN International

Quelle: PEN International

Sehr geehrter Herr Präsident Janukowitsch,

ich schreibe Ihnen im Namen der zehntausenden Mitglieder des internationalen PEN, der weltweiten Vereinigung von Schriftstellern. Wir sind zutiefst besorgt wegen der eskalierenden Unruhen in der Ukraine, und speziell über die negativen Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit der ukrainischen Bürger, die in Kiew und an anderen Orten demonstrieren.

Wir sind höchst beunruhigt von den Neuigkeiten über Angriffe auf Journalisten und andere Personen auf offener Straße, auf die Gebäude der „Writers Union“ in Kiew und von Berichten über die Verfolgung von studentischen Demonstranten an Universitäten.

Der PEN ruft zu einem echten Dialog zwischen Demonstranten und Behörden auf und zu vollem Respekt der Menschenrechte von Seiten aller Parteien.

Die friedliche Ausübung des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung ist das Fundament einer demokratischen Gesellschaft und sollte von jedem respektiert werden.

Die Ausübung von Macht und Gewalt seitens der Polizei gegen friedliche Demonstranten und Journalisten ist nicht akzeptabel. Die Behörden haben die Pflicht zu garantieren, dass es den Journalisten möglich ist, über die Situation in der Ukraine zu berichten.

Wir appellieren außerdem an die Behörden, eine unabhängige Nachforschung über die Ausbreitung der Proteste und jegliche Gewaltakte zu ermöglichen, um die jeweils dafür Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Hochachtungsvoll

John Ralston Saul

Präsident des internationalen PEN