23.09.2014 – Freiheit des Wortes: Begegnung mit dem chinesischen PEN-Stipendiaten Dejun Liu im Goethe-Institut Schwäbisch Hall

Der Blogger und Menschenrechtsaktivist Dejun Liu war bereits bei der PEN-Tagung im Mai in Schwäbisch Hall (siehe anhängendes Foto von Simone Ahrendt, sah-photo, es zeigt Dejun Liu mit Franziska Sperr Writers in Exile-Beauftragte PEN-Zentrum). Nun absolviert er einen vierwöchigen Deutschkurs im Haller Goethe-Institut – der Freundeskreis des Instituts und der Lions-Club machen es finanziell möglich.

Das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit im Sinne von Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist weltweit anerkannt und dennoch keineswegs überall garantiert. In vielen Ländern werden Schriftsteller und Journalisten bedroht und sogar verhaftet. Diese leidvolle Erfahrung musste auch der Blogger und Menschen rechtsaktivist Dejun Liu in seinem Heimatland China machen. Er wurde vom Geheimdienst überwacht, verhaftet und misshandelt. gesteckt. Dejun Liu sah für sich keine andere Möglichkeit mehr, als seine Heimat zu verlassen und so der Verfolgung zu entkommen. Seit Dezember 2013 lebt er als Stipendiat der internationalen Schriftstellervereinigung PEN in Nürnberg. Im Rahmen des Programms ‚Writers in Exile‘ ermöglicht es der Club verfolgten Autoren für einige Zeit Zuflucht in für sie sicheren Ländern zu finden.

Von Deutschland aus will Dejun Liu sich nun für die Verbesserung der Menschenrechte in China einsetzen. Dafür arbeitet er zur Zeit am Goethe-Institut in Schwäbisch Hall an seinen Deutschkenntnissen, unterstützt durch die Freunde des Goethe-Instituts und den Lions Club.

Am 23. September um 18:30 Uhr in der Hospitalkirche soll bei einer öffentlichen Veranstaltung des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt am Fall von Dejun Liu auf die Unterdrückung der Meinungs- und Informations freiheit nicht nur in China aufmerksam gemacht werden. Hierfür ist eine stetige Öffentlichkeitsarbeit meist die einzige – und wenigstens manchmal wirksame – Waffe.

Sogar der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei hat über Dejun Lius Fall einen Dokumentarfilm gedreht. Bei der Veranstaltung werden zunächst Ausschnitte aus dem Film gezeigt. Dejun Liu wird dann aus seinen Texten vorlesen und in einem Impulsgespräch mit dem Chefredakteur des Haller Tagblatts, Dr. Marcus Haas, über seine Erfahrungen im Kampf um die Verbesserung der Menschenrechte in China sprechen.

Natürlich soll auch das Publikum zu Wort kommen und Fragen an Dejun Liu stellen können. Da er erst seit Kurzem Deutsch lernt, wird ihn dabei ein früherer Student des Goethe-Instituts dabei unter stützen und – falls nötig – mit einer Übersetzung aushelfen.

Beginn:
23.09.2014 - 18:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Hospitalkirche, Am Spitalbach, 4523 Schwäbisch Hall

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