Finnisches PEN-Mitglied Hannu Launonen lehnt ungarischen Lyrik-Preis ab // Große Anerkennung aus Deutschland

Pressemitteilung, Darmstadt, 7. Oktober 2014

Der finnische Autor und Übersetzer Hannu Launonen, der Mitglied des finnischen PEN ist, hat den „Janus Pannonius Preis“ (Sparte Übersetzung) der gleichnamigen ungarischen Stiftung abgelehnt. Launonen begründete seine Ablehnung damit, dass es ihm nicht möglich gewesen sei, herauszufinden, ob der Preis nach wie vor von der ungarischen Regierung gesponsert werde. Seine diesbezüglichen Nachfragen beim ungarischen PEN, der mit der Stiftung verbunden ist, blieben unbeantwortet. Da Launonen aber die Politik der ungarischen Regierung als nicht vereinbar mit der Charta des internationalen PEN im Hinblick auf Menschenrechte und die Meinungsfreiheit ansieht, sei ihm nichts anderes als die Ablehnung übrig geblieben. Der deutsche PEN begrüßt diese Ablehnung mit Nachdruck und dankt Launonen für seine klare Haltung. „Wir sind sehr froh darüber, dass Hannu Lauonen hier deutlich Position bezogen hat und den Preis zum Anlass nimmt, erneut auf die bedenklichen Entwicklungen in Ungarn hinzuweisen. Besonders vor der Frankfurter Buchmesse, deren Gastland Finnland ist, ist das ein wichtiges Zeichen“, sagte Sascha Feuchert, der deutsche PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragte.

Der „Janus Pannonius Preis“ wurde 2012 gestiftet und erinnert an den bedeutendsten ungarischen Renaissance-Dichter. Bereits im ersten Jahr seiner Verleihung hatte der amerikanische Autor Lawrence Ferlinghetti den Preis aus ähnlichen Gründen wie Launonen jetzt abgelehnt.

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis ge-gründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Sascha Feuchert
Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter

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