Auch Zensoren marschierten für die Meinungsfreiheit…

Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs nahmen jüngst in Paris an einem Marsch in Gedenken an die Opfer des brutalen Anschlags auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo und auf einen Supermarkt teil. Diese und weitere Solidaritätsbekundungen auf der ganzen Welt brachten Menschen jeden Hintergrunds und Glaubens zusammen, ein bemerkenswertes Statement gegen Gewalt und zur Verteidigung der Meinungsfreiheit.

Und doch waren unter den Marschierenden Regierungsvertreter aus zahlreichen Nationen, in denen die Meinungsfreiheit aktiv beschränkt wird. Dazu zählen Ermordungen, Gewalttätigkeiten und die Inhaftierung von Schriftstellern, die auf der Case List des PEN verzeichnet sind.

Diese Regierungsvertreter gehören Verwaltungsapparaten an, die die Meinungsfreiheit ernsthaft bedrohen und angreifen, beispielsweise…

  • …in der Türkei, wo mehr als 20 Journalisten inhaftiert sind und dutzende weitere unter Anklage stehen;
  • …in Russland, wo  zahlreiche Journalisten ermordert wurden, in den allermeisten Fällen wurde niemand dafür zur Rechenschaft gezogen;
  • …in Ägypten, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo zahlreiche Journalisten, Blogger und Dichter hinter Gittern sind.

Wenn diese Regierungsvertreter dann in einem Solidaritätsmarsch gegen Gewalt und für freie Meinungsäußerung eintreten, handelt es sich dabei um eine zynische Heuchelei, anders ist ein solches Verhalten nicht zu beurteilen. Der internationale PEN veruteilt dies nachdrücklich. Ein ausführliches Statement findet man unter: ‚.((strlen(‚http://www.pen-international.org/newsitems/censors-march-for-free-expression/‘)>40) ? substr(‚http://www.pen-international.org/newsitems/censors-march-for-free-expression/‘,0,40).’…‘ : ‚http://www.pen-international.org/newsitems/censors-march-for-free-expression/‘).‘