PEN-Gemeinschaft trauert um Lobsang Chokta

Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod unseres Freundes Lobsang Chokta (34), dem Präsidenten des PENs tibetischer Autoren im Ausland. Berichten zufolge wurde er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit zahlreichen Stichwunden unter einer im Bau befindlichen Brücke in Delhi gefunden, und erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Offenbar wurde Lobsang von dem 45-jährigem Mönch T. C. nach einer Rangelei zehn Mal mit einem Messer attackiert. Anschließend hat sich der Mönch durch Aufschlitzen der eigenen Kehle selbst getötet. Dies berichtet die Zeitung „The Times of India“ und beruft sich dabei auf Aussagen der Polizei, nachdem die beiden Leichen medizinisch untersucht wurden.

Lobsang Chokta. Quelle: PEN International

Lobsang Chokta. Quelle: PEN International

T. C. war am Donnerstag in Delhi angekommen, Lobsang zwei Tage zuvor. Sie wohnten beide im Gummang Hotel in der Nähe des Klosters in Manju Ka Tilla. T. C. untersuchte buddhistische Schriften und Lobsang half ihm dabei, diese zu übersetzen.

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte und ob es sich tatsächlich um Mord und anschließenden Selbstmord handelt, bleibt weiterhin unklar.

Der deutsche PEN ist geschockt und in tiefer Trauer. Eine Delegation des PEN-Zentrums hatte Lobsang Chokta noch Ende September in Bishkek im Rahmen des internationalen PEN-Kongresses getroffen.