Bangladesch: Mord an drittem Blogger – Ananta Bijoy Das brutal getötet

RAN 08/15 – 12. Mai 2015

Ananta Bijoy. Quelle: PEN International

Ananta Bijoy. Quelle: PEN International

Wir sind entsetzt über die Ermordung des bengalischen Schriftstellers, Herausgebers und Bloggers Ananta Bijoy Das. Er ist bereits der dritte säkulare Blogger, der dieses Jahr aufgrund seiner Beiträge von religiösen Extremisten umgebracht wurde. Der PEN ruft die bengalischen Behörden dazu auf, den Tod schnellstmöglich und unabhängig untersuchen zu lassen und sicherzustellen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden.

„Dieser dritte – wirklich brutale – Mord in gerade einmal drei Monaten ist absolut schrecklich“, sagte Marian Botsford Fraser, Vorsitzende des Writers in Prison-Komitees des internationalen PEN.

„Es ist ein klares Muster der Gewalt gegen Schriftsteller und Journalisten in Bangladesch zu erkennen, die einzig aufgrund ihrer friedlichen Meinungsäußerung zum Ziel von Mördern werden. Die Behörden müssen dringend Schritte einleiten, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und sicherzustellen, dass andere, die sich ebenfalls in Gefahr befinden, ausreichend geschützt werden.“ Insgesamt wurden seit 2013 in Bangladesch 6 Schriftsteller attackiert oder ermordet und trotzdem hat es, von einigen Verhaftungen abgesehen, keine Konsequenzen gegeben.

Bijoy Das, der auch Herausgeber eines vierteljährlich erscheinenden Magazins namens „Jukti“ (Logik) war, wurde von einer maskierten Gang mit Macheten ermordet. Zuvor hatte er zahlreiche Todesdrohungen erhalten. Seine Arbeit drehte sich um die Themen Rationalismus, Atheismus und Wissenschaft, mit speziellem Fokus auf der biologischen Evolution. Er schrieb auch Artikel in seinem Blog, die bestimmte Aspekte des Islams und des Hinduismus kritisierten. 2006 wurde er wegen seiner mutigen Mitwirkung an der Verbreitung von säkularen und humanistischen Idealen mit dem „Mukto-mona Rationalist Award“ ausgezeichnet.

Im Februar und März wurden zwei weitere Blogger, Avijit Roy – ein enger Freund von Bijoy Das – und Washiqur Rahman ebenfalls brutal ermordet. Eine islamistische Gruppe wird Berichten zufolge für den Tod an Roy am 26. Februar verantwortlich gemacht. Ein Extremist wurde im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet, während zwei Studenten einer islamischen Schule (madrassa) im Zusammenhang mit Rahmans Tod festgenommen wurden.

Der PEN ruft die bengalischen Behörden dazu auf, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Verantwortlichen dieser Angriffe und Morde zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem müssen alle notwendigen Schritte eingeleitet werden, um gefährdete Schriftsteller endlich effektiv zu schützen. (cm/sf)

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Bitte senden Sie Protestbriefe:

  • Drücken Sie ihre Sorge bezüglich der eskalierenden Attacken auf Schriftsteller und Journalisten in Bangladesch aus, die kürzlich im schockierenden Tod des Schriftstellers, Herausgebers und Bloggers Ananta Bijoy Das gipfelten.
  • Fordern Sie Versicherungen seitens der Behörden, dass alle Bedrohungen und Attacken gegen Schriftsteller und Journalisten lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen somit vor ein Gericht gebracht werden.
  • Fordern Sie alle Schritte, die nötig sind, um gefährdete Schriftsteller im Land zu schützen.

Schreiben Sie an:

S.E. den Botschafter von Bangladesch
Herrn M. Nazrul Islam
Botschaft von Bangladesch
Dovestraße 1
10587 Berlin

Hintergrund (bereitgestellt vom internationalen PEN)

On 12 May 2015, 33-year-old Bengali writer, editor and blogger Ananta Bijoy Das was hacked to death at approximately 8.30 am in a busy street by a masked gang wielding machetes in the north-eastern city of Sylhet, who chased him as he made his way to work in a bank. He is the third blogger to be murdered for his secular writings by religious extremists in Bangladesh this year.

Prior to his death, Bijoy Das had received a number of death threats. His name appeared in two assassination lists compiled by the extremist Islamist group Ansarullah Bangla Team (aka Ansar Bangla-7) in February 2013 and March 2015, which were published in the Bangladeshi media. The lists include many other secular bloggers described by the Islamist group as anti-Islamic and blasphemous. In an email to Swedish PEN on 20 March 2015, Bijoy Das writes:

Just after the list was published I am getting calls at my cell phone and home number from some anonymous people who are threatening to murder me and my family members. I nowadays stay underground away from my home. It is barely called living. I don’t want to get killed at home or on the street, most importantly I don’t want to endanger the lives of my family members. I need to live, for a lot of things are yet to be done.

The Ansarullah Bangla Team is believed to be implicated in a number of attacks and murders of bloggers between 2013-15, including the murders in February and March 2015 of two other distinguished bloggers, Avijit Roy – a close friend of Bijoy Dash – and Washiqur Rahman. Although several arrests have been made in connection with some of the attacks since 2013, no-one has been brought to justice. Bijoy Dash had been in hiding ever since Roy’s murder, and was urgently seeking protection. He had been accepted for placement by the International Cities of Refuge Network (ICORN), and in early April 2015 he was invited to Sweden to give a talk by Swedish PEN. On 22 April the Swedish embassy in Dhaka refused his visa application. A statement by Swedish PEN can be found here.

Ananta Bijoy Dash was also an editor of a quarterly magazine called Jukti (Logic) and headed the Sylhet-based science and rationalist council. He was awarded the Mukto-mona Rationalist Award in 2006 for his “his deep and courageous interest in spreading secular & humanist ideals and messages in a place which is not only remote, but doesn’t have even a handful of rationalists.” His work focused on rationalism, atheism, and science, with a particular emphasis on biological evolution. He also wrote blog posts that criticised some aspects of Islam and also of Hinduism, as well as a poem eulogising the renowned Bangladeshi secular writer Taslima Nasreen, who fled to Europe in 1994 after threats to her safety by Islamist extremists.

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