Argentinien: Autor droht Gefängnisstrafe wegen angeblichem „Plagiat“

Der argentinische Romanautor, Dichter und Universitätsdozent Pablo Katchadjian wird im Zuge seines experimentellen Buchs „El Aleph Engordado“ („Das gemästete Aleph“, ein schmaler Band aus dem Jahre 2009) wegen „Missbrauchs geistigen Eigentums“ verfolgt. Die Klage wurde von Maria Kodama initiiert, der Witwe und Nachlassverwalterin des verstorbenen argentinischen Autors Jorge Luis Borges, den Katchadjian plagiiert haben soll. Katchadjians Vermögen wurde daraufhin eingefroren und ihm droht eine sechsjährige Gefängnisstrafe, sollte er für schuldig befunden werden.

Pablo Katchadjian (Source: losandes.com.ar)

Pablo Katchadjian (Source: losandes.com.ar)

Katchadjian widmete sich Borges‘ bekannter Kurzgeschichte „Das Aleph“ (Originaltitel „El Aleph“) und ergänzte die darin verwendeten 4000 Wörter um weitere 5600, was ihm als „Plagiat“ angelastet wird. Nachdem die Klage 2011 zunächst abgewiesen worden war, brachte Kodama den Fall anschließend vor ein höheres Gericht und erwirkte so, dass das Verfahren neu aufgerollt wurde.

Der internationale PEN ist überzeugt, dass die Verfolgung des Autors eine unverhältnismäßige Reaktion auf ein literarisches Experiment ist und ruft dazu auf, alle Anklagepunkte gegen ihn fallenzulassen. Obwohl der PEN nicht davon ausgeht, dass die Klage politisch motiviert ist, könnte sie weitreichende Auswirkungen für die literarische Freiheit und Kreativität in Argentinien haben. (cm/sf)

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