Hermann Kesten-Preis 2015 für Verleger Madjid Mohit und Hermann Kesten-Förderpreis für Verein Gefangenes Wort e.V.

Der Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht 2015 an den Verleger Madjid Mohit (Sujet-Verlag, Bremen). Den erstmals verliehenen Hermann Kesten-Förderpreis erhält der Gießener Verein „Gefangenes Wort“.

Mohit, der aus einer iranischen Verleger-Familie stammt und 1990 als politischer Flüchtling nach Deutschland kam, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine kontinuierliche und beeindruckende Arbeit für Autoren, die nicht in ihrem Heimatland leben und publizieren wollen oder können. Einen breiten Raum nimmt in seiner verlegerischen Arbeit die iranische Exilliteratur ein, die Mohit selbst als „Luftwurzelliteratur“ bezeichnet: eine Literatur, die ortsunabhängig wirkt, von Schriftstellern geschrieben, die in einem fremden Land eine neue Heimat gefunden haben und grenzübergreifend die hiesige Kulturlandschaft bereichern.

Der Gießener Verein Gefangenes Wort e.V., der 2008 aus einer Studenteninitiative entstand und dessen Mitglieder sich seither für verfolgte Autoren, Blogger und Menschenrechtler einsetzen, wird für sein großartiges regionales Engagement mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Jedes Jahr zum Welttag des verfolgten Schriftstellers (15.11.) gelingt es dem jungen Verein, eine ganze Stadt für dieses Thema mit vielen Aktionen zu interessieren.

Beide Preise werden am 11. November 2015 um 19 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt verliehen. Laudatoren sind die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Inge Buck (Madjid Mohit) und die Schriftstellerin Katja Behrens (Gefangenes Wort e.V.).

Anlässlich der Vollendung des 85. Lebensjahres seines Ehrenpräsidenten Hermann Kesten stiftete das PEN-Zentrum Deutschland 1985 eine Hermann Kesten-Medaille für besondere Verdienste um verfolgte Autoren. Erstmals im Jahre 2000 stiftete das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Günter Grass, Anna Politkovskaja und Liu Xiaobo. Der erstmals verliehene Förderpreis ist mit 3.000 Euro dotiert, die ebenfalls vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bereitgestellt werden.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Prof. Dr. Sascha Feuchert
Vizepräsident und Beauftragter für Writers-in-Prison

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

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