Literaturhaus Darmstadt: 2.2. um 19 Uhr – Stadt Darmstadt und das PEN-Zentrum stellen kamerunischen Stipendiaten vor

Neuer Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat Enoh Meyomesse stellt sich am 02. Februar im Darmstädter Literaturhaus der Öffentlichkeit vor / Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Geben auch in diesem Jahr wieder einem Schriftsteller die Möglichkeit, in Deutschland frei von Unterdrückung und Zensur zu schreiben und zu arbeiten“

Enoh Meyomesse © Jean Joël Onana

Enoh Meyomesse © Jean Joël Onana

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt lädt für Dienstag, 2. Februar, um 19 Uhr, gemeinsam mit dem PEN-Zentrum Deutschland zu Lesung und Gespräch mit dem neuen Elsbeth-Wolffheim-Stipendiaten, Enoh Meyomesse, in das Darmstädter Literaturhaus, Kasinostraße 3, ein. Der kamerunische Lyriker, Romanautor, Dramatiker, Historiker und politische Aktivist hatte die diktatorischen Strukturen seines Heimatlandes kritisiert und wurde aufgrund seiner gesellschaftlichen Analysen und Initiativen mehrmals verhaftet. Nun stellt der 61-jährige, der seit Oktober 2015 in Darmstadt lebt, sich und seine Arbeit im Darmstädter Literaturhaus der Öffentlichkeit vor.

Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Mit dem Elsbeth-Wolffheim-Stipendium unterstützt die Wissenschaftsstadt Darmstadt in guter und enger Zusammenarbeit mit dem deutschen PEN-Zentrum in ihren Ländern verfolgte und unterdrückte Schriftsteller und Journalisten. Durch die Vergabe des Stipendiats geben wir mit dem Kameruner Enoh Meyomesse auch in diesem Jahr wieder einem Schriftsteller die Möglichkeit, in Darmstadt frei von Unterdrückung, Verfolgung und Zensur zu schreiben und zu arbeiten. Enoh Meyomesse hat trotz der Strapazen seiner langjährigen Inhaftierung nie aufgegeben, für Meinungsvielfalt, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit in seinem Heimatland Kamerun einzutreten. Sein lebenslanger Kampf gegen die dortigen diktatorischen Strukturen hat uns alle tief beeindruckt. Wir wünschen Herrn Meyomesse daher für seine Zeit in Darmstadt alles Gute und sind gespannt auf seine weitere Arbeit“, so der Oberbürgermeister.

Nachdem Enoh Meyomesse 2011 bei den letzten Präsidentschaftswahlen gegen den amtierenden Präsidenten Paul Biya erfolglos angetreten war, wurde er festgenommen und 40 Monate unter menschenunwürdigen Umständen im Zentralgefängnis der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé inhaftiert. Erst am 27. April 2015 konnte seine Freilassung durch die Bemühungen internationaler Verbände und insbesondere unseres PEN-Zentrums erzwungen werden.

Im Literaturhaus liest Enoh Meyomesse aus seinem soeben erschienenen Lyrikband „Darmstadt. Eine afrikanische Liebeserklärung“. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde mit Franziska Sperr, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN-Zentrums, Sascha Feuchert, Vizepräsident und Writers in Prison-Beauftragter, und Enoh Meyomesse über die gegenwärtige Menschenrechtslage in Kamerun statt. Der neue Stipendiat berichtet über seine Zeit in Haft und sein neues Leben im Exil. Jürgen Strasser, Mitglied im Österreichischen P.E.N. Club wird für die Gäste aus dem Französischen ins Deutsche übersetzen.

Das Leben in Darmstadt ist für Enoh Meyomesse Ausdruck „internationaler Solidarität und der Solidarität der Schriftsteller und Intellektuellen untereinander“. Der neue Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat dankt der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie dem PEN und betont, wie wichtig Stipendienprogramme und Initiativen dieser Art für verfolgte Schriftsteller seien: „Ich wurde von der Weltgemeinschaft der Schriftsteller und dem Internationalen PEN befreit. Ganz besonders das PEN-Zentrum Deutschland hatte sich mit seinem Writers in Prison-Programm für mich eingesetzt. Nun, da ich frei bin und in Deutschland lebe, darf ich wieder schreiben und muss nicht mehr darum fürchten, dass mir die Polizei die Manuskripte konfisziert.“

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert – er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

25. Januar 2016 / DK

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