„Writers for Freedom“ am ZKM | Karlsruhe: Jan Wagner las für Mohammed al-Ajami

Mitte des Jahres 2015 wurde am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe die Veranstaltungsreihe „Writers for Freedom“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland und der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe sowie mit Unterstützung national und international renommierter Schriftstellerinnen und Schriftsteller als Lesepaten wird auf einige der weltweit rund 800 Autorinnen und Autoren aufmerksam gemacht, die bedroht, verfolgt, inhaftiert oder gar ermordet werden, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen.

© ZKM | Karlsruhe, Foto: Fidelis Fuchs

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Als Lesepate für den in Katar inhaftierten Dichter Mohammed al-Ajami war am 27. Januar 2016 der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Jan Wagner zu Gast. Im voll besetzten Medientheater des ZKM präsentierte er zum Einstieg das „Jasmingedicht“, dessen Veröffentlichung 2011 zur Verhaftung al-Ajamis geführt hatte. Die deutsche Übersetzung des Textes stammt von Mahmoud Hassanein und Hans Thill. Im Anschluss beeindruckte Wagner mit Auszügen aus seinem Gedichtband „Regentonnenvariationen“, der im vergangenen Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden war.

© ZKM | Karlsruhe, Foto: Fidelis Fuchs

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In der von SWR2-Literatur-Redakteur Gerwig Epkes moderierten Diskussion erörterten Jan Wagner und der PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragte Sascha Feuchert die Frage nach der Wirkkraft von Lyrik und verdeutlichten die grundlegend verschiedenen Umstände des Schreibens in Deutschland und Katar. Wagners Credo: Selbst wer nicht als explizit politischer Dichter in Erscheinung trete, müsse ein Bewusstsein dafür entwickeln, in welch privilegierter Situation er sich hierzulande befände und wie furchtbar es sei, dass Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern nicht dasselbe Privileg zuteil werden könne.

© ZKM | Karlsruhe, Foto: Fidelis Fuchs

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Die Reihe „Writers for Freedom“ geht am 8. März weiter. Am Weltfrauentag wird Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller die Stimme für die in China seit Jahren unter strengem Hausarrest stehende Dichterin und Künstlerin Liu Xia erheben.

Kooperationspartner:

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