Gericht lehnt Mumias Forderung auf medizinische Versorgung wg. „Formfehler“ ab

Der seit 1982 in Gefängnissen Pennsylvanias lebenslang inhaftierte Journalist und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal, der auf Grund juristischer Zweifel an dem ihm vorgeworfenen Polizistenmord nicht hingerichtet wurde, erlitt im März 2015 einen lebensgefährlichen physischen Zusammenbruch. Er wurde als diabetischer Schock erklärt und behandelt. Nachdem sich herausstellte, dass Abu-Jamal in Wirklichkeit an Hepatitis C leidet und die Gefängnisverwaltung ihm das weder gesagt noch die Krankheit behandelt hatte, strengte er ein juristisches Verfahren an, um eine angemessene medizinische Versorgung für sich und die etwa 6000 an Hepatitis C erkrankten Gefangenen in Pennsylvania durchzusetzen. Nach einjährigem Verfahren lehnte Bezirksrichter Mariani Ende August 2016 den Erlass einer diesbezüglichen einstweiligen Verfügung wegen angeblicher Formfehler ab.

Der deutsche PEN, der sich viele Jahren dafür einsetzte, dass der ursprüngliche Prozess gegen Mumia Abu-Jamal neu und fair aufgerollt wird, unterstützt seit der Umwandlung der Todesstrafe in lebenslange Haft die Forderung der Familie Abu-Jamals nach Freilassung. Jetzt fordert er, sofort alle Hindernisse aus dem Weg zu schaffen, um Mumia Abu-Jamal und den ebenfalls an Hepatitis C erkrankten Gefangenen in Pennsylvania angemessene Behandlung zukommen zu lassen