23.06.2017 – Frankfurter Lyriktage 2017: Vorstellung der PEN-Anthologie „Zuflucht in Deutschland. Texte verfolgter Autoren“

Im Rahmen der Frankfurter Lyriktage 2017 (22.6.-1.7.) stellt der Herausgeber Josef Haslinger die Autoren Najet Adouani aus Tunesien und Yamen Hussein aus Syrien mit ihren Texten vor.

Anthologie „Zuflucht in Deutschland.Texte verfolgter Autoren“ (S. Fischer Verlag)

Die Anthologie (hg. von Josef Haslinger und Franziska Sperr) versammelt zwanzig Beiträge aktueller und ehemaliger Writers-in-Exile Stipendiaten. Die Autoren mussten aus China und Vietnam, aus Tschetschenien und dem Iran, aus Syrien und vielen anderen Ländern nach Deutschland fliehen.

Das Writers-in-Exile Programm ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Schriftsteller, das von der Bundesregierung finanziert wird. Die geflüchteten Autorinnen und Autoren sollen hier die Ruhe und Konzentration finden, um wieder ihrem Beruf, dem Schreiben, nachgehen zu können. Für maximal drei Jahre stellt ihnen das deutsche PEN-Zentrum eine möblierte Wohnung in einer der größeren deutschen Städte zur Verfügung, dazu ein monatlich ausbezahltes Stipendium. Die Autoren werden, sobald sie sich von den erlittenen Strapazen in ihrer Heimat halbwegs erholt haben, ermutigt, ihre Arbeit als Schriftsteller fortzusetzen. Die Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteuren, Verlegern und den Kollegen in ihrer Umgebung. Darüber hinaus werden ihnen Auftritts- und Veröffentlichungsmöglichkeiten verschafft, etwa wie in der neuen Anthologie „Zuflucht in Deutschland. Texte verfolgter Autoren“, die nun vorgestellt wird. Es ist also kein Zufall, dass hinter den hier versammelten Texten Schicksale stehen, die ein bezeichnendes Licht auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Heimatländer dieser Autoren werfen. Doch auch die Probleme, die bewältigt werden müssen, wenn man als Schriftsteller in Deutschland eine neue Heimat finden muss, sind Thema in diesem Band.

Moderation: Josef Haslinger
Übersetzung:
Leila Chammaa

Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Informationen zum Gesamtprogramm der Frankfurter Lyriktage 2017 können Sie hier entnehmen.

Veranstalter ist das Kulturamt Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Frankfurt und dem PEN-Zentrum Deutschland.

Najet Adouani               Foto: © Simone Ahrend sah-photo

Die tunesische Dichterin, Schriftstellerin und Journalistin Najet Adouani setzt sich in ihrem Werk für eine freiheitliche Gesellschaft und die Rechte von Frauen ein. Sie wurde 1956 im Süden Tunesiens geboren und begann bereits in jungen Jahren literarisch zu schreiben. Sie studierte Journalismus und arbeitete während ihres Studiums für verschiedene oppositionelle Zeitungen. 2013 bis 2016 war sie Gast des Writers-in-Exile Programms des PEN-Zentrums Deutschland. Najet Adouani veröffentlichte mehrere Lyrikbände und eine Sammlung von Kurzgeschichten auf Arabisch, weitere Manuskripte warten auf eine Veröffentlichung. Ihre Gedichte wurden ins Englische, Französische, Spanische und in Hindi übersetzt.

Yamen Hussein
Foto: © Roland Baege

Der syrische Dichter und Journalist Yamen Hussein wurde 1984 in Homs geboren. Er verfasste zahlreiche regimekritische Artikel, durch die er schon früh ins Visier der syrischen Sicherheitsbehörden geriet. Wiederholt protestierte er gegen die Missachtung der Menschenrechte während des Bürgerkrieges. Er musste die Universität verlassen, wurde schließlich vom syrischen Geheimdienst verfolgt, bedroht und mehrmals verhaftet. Seit Dezember 2014 lebt er als Stipendiat des Writers-in-Exile Programms in München. Er liest aus seinen Gedichten, die aus dem Arabischen ins Französische und ins Deutsche übersetzt wurden.

Josef Haslinger Foto: Erik Arellana Bautista

Josef Haslinger
Foto: Erik Arellana Bautista

Josef Haslinger, geboren 1955 in Zwettl/Niederösterreich, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt er als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Von 2013 bis 2017 war Josef Haslinger Präsident des deutschen PEN-Zentrums.

 

 

Beginn:
23.06.2017 - 19:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

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