Liu Xiaobo: Internationale Mediziner halten Behandlung im Ausland für sinnvoll und möglich! PEN fordert sofortige Ausreisemöglichkeit

Liu Xiaobo (Foto: privat)

Zwei internationale Krebsexperten, die nach China reisen konnten, befürworten die Behandlung des chinesischen
Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo in Deutschland oder den USA, allerdings, so heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Heidelberg, müsse der Transport schnellstmöglich erfolgen. Der deutsche PEN erneuert deshalb seine Forderung nach einer sofortigen Ausreisemöglichkeit.
In einer gemeinsame Erklärung von Prof. Dr. Markus Büchler,
Geschäftsführender Direktor der Chirurgische Klinik des
Universitätsklinikums Heidelberg, und Prof. Dr. Joseph M. Herman,
Clinical Research Director, Department of Radiation Oncology, The
University of Texas MD Anderson Cancer Center‎, wird bekräftigt, dass eine Behandlung im Ausland sinnvoll und möglich sei. Der Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragte des deutschen PEN, Prof. Dr. Sascha Feuchert, bekräftigte deshalb am Sontag noch einmal die Forderung der Autorenvereinigung, ihr Ehrenmitglied Liu Xiaobo zusammen mit seiner Frau sofort ausreisen zu lassen.

Die Erklärung der Mediziner im Wortlaut:

Professor Dr.. Markus Büchler, Universitätsklinikum Heidelberg, und
Professor Dr. Joseph M. Herman, The University of Texas MD Anderson
Cancer Center, trafen am 8. Juli mit dem Liu Xiaobo betreuenden
medizinischen Behandlungsteam am Krankenhaus Nr. 1 der China Medical
University zusammen, um an einer medizinischen Konsultation für Liu
Xiaobo teilzunehmen und fachliche Empfehlungen abzugeben.

Professor Büchler und Professor Herman erkennen die Qualität der
durch das Krankenhaus Nr. 1 der China Medical University nach dessen
Aufnahme geleistete Behandlung und Betreuung von Herrn Liu an. Sie
stimmen mit der Diagnose primärer Leberkrebs und der Empfehlung für
palliative Maßnahmen überein. Daneben bestehen unter Umständen
weitere Optionen in Form von interventionellen Maßnahmen und
Strahlentherapie.

Liu Xiaobo und seine Familie haben darum gebeten, dass die Behandlung
in Deutschland oder den USA fortgesetzt wird. Obwohl jeder Transport
eines Patienten mit einem gewissen Risiko verbunden ist, sind
Professor Büchler und Professor Herman der Meinung, dass der Patient
mit angemessener Betreuung und Unterstützung im Rahmen einer
medizinischen Evakuierung sicher transportiert werden kann. Allerdings
müsste der Transport so rasch wie möglich durchgeführt werden.

Das Universitätsklinikum Heidelberg und MD Anderson sind beide
bereit, Liu Xiaobo zur Behandlung aufzunehmen. Beide Einrichtungen
sind darauf vorbereitet, die bestmögliche Behandlung für Liu Xiaobo
zu gewährleisten.