Türkei: Amnesty-Direktorin und andere Menschrechtsverteidiger müssen freigelassen werden!

Idil Eser (Foto: ai)

Der internationale PEN fordert die türkischen Behörden auf, Idil Eser, Direktorin der türkischen Sektion von Amnesty International, sowie sieben Menschenrechtsanwälte und zwei Referenten, die nach der Teilnahme an einem Workshop verhaftet wurden, sofort frei zu lassen.

Die Aktivisten wurden am 5. Juli von der Polizei festgenommen, da sie an einem Workshop zum Thema „Digitale Sicherheit und Informationsmanagement“ auf der Insel Büyükada bei Istanbul teilgenommen hatten. Nach Angaben von Amnesty International wurde ihnen der Kontakt zu Anwälten und Familien verweigert. Aktuellen Medienberichten zufolge werden sie in fünf unterschiedlichen Polizeistationen festgehalten.

„Wir sind über die Inhaftierung von Idil Eser und ihren Kollegen entsetzt und fordern ihre sofortige und bedingungslose Freilassung“, sagte Carles Torner, Generalsekretär des internationalen PEN in London. „Wir drücken unsere tief empfundene Solidarität all denjenigen aus, die die Menschenrechte in der Türkei verteidigen und jenen, deren Stimme von den Behörden zum Schweigen gebracht worden ist. Dieses unbarmherzige Vorgehen muss ein Ende haben.“

Diese letzte Reihe von Verhaftungen wirft erneut ein grelles Licht auf den anhaltenden Angriff auf die Zivilgesellschaft und die Meinungsfreiheit in der Türkei. Nach dem Putschversuch am 15. Juli 2016 sind die türkischen Behörden in beispiellos scharfer Manier gegen Kritiker und Gegner vorgegangen. Über 160 Medienunternehmen und Verlagshäuser sind seit Juli 2016 geschlossen worden und rund 165 Journalisten sowie Medienmitarbeiter sind inhaftiert.
Der internationale PEN fordert die türkischen Behörden auf, all diejenigen im Gefängnis sofort frei zu lassen, die nur wegen der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung festgehalten werden.