Indien: Gericht in Delhi verhindert Verkauf und Veröffentlichung eines Buches

Cover des verbotenen Buchs

Der internationale PEN zeigt sich in einer aktuellen Stellungnahme zutiefst besorgt über ein Gerichtsverfahren in Delhi gegen den Verlag Juggernaut Books und den Autor Priyanka Pathak-Narain. Grund für das Verfahren war das Buch „Godman to Tycoon : The Untold Story of Baba Ramdev“, dessen Veröffentlichung und Verkauf nun wegen angeblicher Diffamierung verboten wurde. Das Buch ist das Ergebnis intensiver Forschung mit über 50 Interviews und zeichnet die Laufbahn Baba Ramdevs nach, der von einem Verfechter des Yoga zum Besitzer eines riesigen Geschäftsimperiums wurde.

Am 4. August 2017 entschied das Bezirksgericht Karkardooma (Delhi) über das Verbot, ohne Autor und Verlag anzuhören, angeblich, um Verzögerungen zu verhindern. Verlag und Autor werden das Urteil nicht akzeptieren.

In einem am 12. August veröffentlichten Statement erklärte der PEN Delhi: „Freies Denken und freier Ausdruck sind wichtig und notwendig, damit eine lebendige Schrift- und Verlagskultur gedeihen kann. Die Beschränkungen, die Verlagen und Schriftstellern aufgezwungen werden, gefährden eine gesunde und demokratische Kultur des Schreibens und Lesens“.

Aus einem aktuellen und besorgniserregenden Bericht des internationalen PEN geht hervor, dass Indiens Gesetze oft verwendet werden, um die freie Meinungsäußerung zu schwächen.

Zum vollständigen englischsprachigen Statement des internationalen PEN gelangen Sie hier.

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