Der Deutsche PEN fordert die Aufhebung aller gegenüber Doğan Akhanlı verhängten richterlichen Auflagen!

Doğan Akhanlı (Foto: Manfred Wegener)

Pressemitteilung, Darmstadt, 20. August 2017

Wir sind erleichtert über die Freilassung unseres PEN-Mitglieds, des Kölner Schriftstellers
und Menschenrechtlers Doğan Akhanlı, aus dem Polizeigewahrsam in Madrid, fordern aber, dass sämtliche richterliche Auflagen gegen ihn unverzüglich aufgehoben werden. Akhanli wurde gestern in Granada auf Betreiben der türkischen Regierung in Gewahrsam genommen, der Vorwurf lautete auf „Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung.“ Bereits 2010 wurde er freigesprochen, die türkische Staatsanwaltschaft nahm jedoch das Verfahren 2013 erneut auf.

Der deutsche PEN ist unverändert der Überzeugung, dass diese Vorwürfe jeglicher
Grundlage entbehren. „Der durch die türkischen Behörden betriebene
Auslieferungsanspruch hat allein mit der kritischen Haltung von Doğan Akhanlı gegenüber
dem Erdoğan-Regime zu tun. Und natürlich mit seinem zivilgesellschaftlichen
Engagement für Menschenrechte, seinem Einsatz für das Erinnern an den Genozid
an den Armeniern ebenso wie für einen Dialog zwischen Deutschen, Türken und den
von Erdoğan jetzt pauschal inkriminierten Kurden“, so PEN-Präsidentin Regula Venske.
Für das PEN-Zentrum ist es nicht nachvollziehbar, warum die Madrider Richter Akhanlıs
Ausreise untersagen. Doğan Akhanlı darf Spanien vorerst nicht verlassen und ist verpflichtet, sich einmal pro Woche bei der Polizei zu melden. Die türkischen Behörden müssen den Auslieferungsantrag innerhalb von 40 Tagen begründen, die spanischen Behörden ihn erneut prüfen. „Das juristische Verfahren geht also weiter“, so Akhanlıs Anwalt, Ilias Uyar. Die erste Anhörung endete heute (20.8.2017) um 11:35.

Für das PEN-Zentrum Deutschland:
Carlos Collado Seidel
Generalsekretär

Sascha Feuchert
Writers-in-Prison-Beauftragter

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