Drei Jahre unschuldig in Haft: Tibetischer Schriftsteller Shokjang aus der Haft entlassen

Pressemitteilung, Darmstadt, 21. März 2018

Drei Jahre unschuldig in Haft: Tibetischer Schriftsteller Shokjang aus der Haft entlassen

Das deutsche PEN-Zentrum begrüßt die Freilassung des tibetischen Schriftstellers Shokjang. Nach drei Jahren ist er am Montag aus dem Gefängnis Menyuan in Amdo (Ost-Tibet) entlassen worden. Wegen seiner Kritik an der Tibet-Politik der chinesischen Regierung wurde er am 19. März 2015 verhaftet und später wegen „Anstiftung zum Separatismus“ zu drei Jahren Haft verurteilt. Mit seiner Entlassung ist der Autor aber noch nicht frei. In Tibet werden ehemalige politische Gefangene verfolgt und stehen unter strenger polizeilicher Beobachtung.

V. l. n. r.: PEN-Präsidiumsmitglied Tanja Kinkel, PEN-Präsidentin Regula Venske und tibetischer Mönch und Menschenrechtsaktivist Golog Jigme Gyatso vor der Writers-in-Prison Lesung am Messefreitag Foto: PEN-Zentrum Deutschland

PEN-Präsidentin Regula Venske und der tibetische Menschenrechtsaktivist Golog Jigme Gyatso auf der Leipziger Buchmesse
Foto: PEN-Zentrum Deutschland

„So groß die Freude über seine Freilassung ist, so groß ist die Sorge darüber, wie es ihm geht und wie die Situation vor Ort ist. Offenbar hat man ihn zunächst in seine Heimatstadt Gengya zurückgebracht, dort viele Stunden festgehalten und erst im Schutz der Nacht gegen 22 Uhr aus dem Polizeigewahrsam entlassen, um jede Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit um seine Freilassung zu unterdrücken. Noch immer gibt es keine zuverlässige Information über seinen Gesundheitszustand, auch kein Foto von ihm. Das ist ungewöhnlich, denn die Tibeter machen regen Gebrauch vom Internet und chinesischen sozialen Medien wie WeChat. Wir schließen uns den Forderungen seiner Freunde und Unterstützer im Exil an und fordern die chinesische Regierung auf, die Menschenrechte in Tibet zu garantieren und Shokjangs Rechte zu schützen“, so PEN-Präsidentin Regula Venske.

Noch auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse hatte Venske im Rahmen der Writers-in-Prison Lesung des PEN aus Shokjangs neuem Buch „Für Freiheit bereue ich nichts“ gelesen, um so auf das Schicksal des zu diesem Zeitpunkt noch inhaftierten Kollegen aufmerksam zu machen.

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Felix Hille
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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