„Jedes Kind muss lesen lernen!“ PEN-Zentrum Deutschland unterstützt „Hamburger Erklärung“

Pressemitteilung, Darmstadt, 15. August 2018

„Jedes Kind muss lesen lernen!“ PEN-Zentrum Deutschland unterstützt „Hamburger Erklärung“

Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt mit Nachdruck die „Hamburger Erklärung“, mit der sich eine Gruppe von Hamburger Persönlichkeiten aus Bildung, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft an die Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Kultusministerkonferenz sowie die für Bildungspolitik zuständigen Akteure in den Bundesländern wendet. Dass knapp ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland nicht so lesen kann, dass der Text zugleich auch verstanden wird, und dass Deutschland im internationalen Vergleich seit 2001 von ehemals Platz 5 auf Platz 21 aller beteiligten Länder abgerutscht ist und somit unter dem EU- wie auch dem OECD-Durchschnitt liegt, ist ein Skandal, der nicht länger hingenommen werden kann.

Der Verlust an Lesekultur bedeutet nicht nur, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, Anteil zu nehmen an der Literatur, dass ihnen Romane, Erzählungen, Gedichte und damit ein wichtiger Teil unserer Kultur verschlossen bleiben. Da Demokratie von Meinungsfreiheit und frei zugänglichen Informationsquellen lebt, und da die Informationsbeschaffung zu weiten Teilen immer noch durch das Lesen erfolgt, gefährdet es die Demokratie, wenn ein beträchtlicher Teil der Bürger unseres Landes nur noch unzureichend oder gar nicht mehr sinnentnehmend lesen und somit gar nicht oder unzureichend mitreden kann.

„Neben den bekannten Risikofaktoren, ‚Bildungsferne des Elternhauses‘ und ‚Migrationshintergrund‘, besteht ein dritter Risikofaktor, wenn es um den Erwerb von Lesekompetenz geht, in der männlichen Geschlechtszugehörigkeit – ein dramatisches Ergebnis“, so PEN-Präsidentin Regula Venske, die zu den Erstunterzeichnerinnen der Hamburger Erklärung zählt. „Hier muss dringend gegengesteuert werden, wenn uns die Zukunft der Kinder, letztlich die Zukunft unserer Gesellschaft am Herzen liegt.“

Weitere Erstunterzeichner der von der Schriftstellerin Kirsten Boie initiierten „Hamburger Erklärung“ sind u. a. der ehemalige Erste Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, der Vorsitzende der ZEIT-Stiftung Michael Göring, der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort und die Moderatorin Bettina Tietjen sowie die PEN-Mitglieder Ulla Hahn, Rainer Moritz, Saša Stanišić und Ulrich Wickert. Alle, denen die Lesekompetenz unserer Kinder am Herzen liegt, sind aufgerufen, die Hamburger Erklärung „Jedes Kind muss lesen lernen!“ auf www.change.org zu unterzeichnen.

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

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