Deutscher PEN unterstützt internationalen APPELL AN DIE BÜRGER EUROPAS

Pressemitteilung, Darmstadt, 2. Mai 2019

Deutscher PEN unterstützt internationalen APPELL AN DIE BÜRGER EUROPAS

Das PEN-Zentrum Deutschland unterstützt einen Wahlaufruf zum Europäischen Parlament, den die Delegierten der 51. Writers-for-Peace-Konferenz des internationalen PEN Anfang April im slowenischen Bled verabschiedet haben. Darin fordern die Schriftsteller die Bürgerinnen und Bürger Europas auf, sich an den Wahlen zum Europaparlament zu beteiligen und ihre Stimmen solchen Politikerinnen und Politikern zu geben, die die humanistischen Werte achten und an die Idee eines geeinten Europas glauben. Die Probleme, vor denen wir heute stehen: ökonomische Ungerechtigkeit, Klimawandel, Kriege, und in der Folge Flucht und Migration, seien mit populistischen Phrasen und Vereinfachungen nicht zu lösen. Die Sprache der 1930er Jahre dürfe in der Sprache von heute keinen Widerhall finden.

Weiterhin heißt es sinngemäß in dem Appell:

„Wir stehen ein für ein geeintes Europa mit offenen Grenzen. Wir sind überzeugt, dass Europa eine Gemeinschaft bleiben wird, in der die Menschenrechte und der Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie Toleranz und Achtung weiterhin stark sein werden.

Wir fordern die Einrichtung eines gemeinsamen europäischen Bildungsprogramms, das die Vermittlung der Geschichte sämtlicher Länder Europas umfasst. So können wir ein neues Miteinander erreichen, ein Ende der Autokratie und eine neue Kultur der Solidarität.“

„Der Aufruf“, so erläuterte PEN-Präsidentin Regula Venske, „basiert auf einem gemeinschaftlich mit Kolleginnen und Kollegen des französischen und slowenischen PEN verfassten Brief an den tschechischen PEN, der im vergangenen Oktober zu einer Konferenz über „Historische Parallelen 1918 / 1938 / 2018“ eingeladen hatte. Vor dem Hintergrund des neuerlichen Erstarkens nationalistischer und rassistischer Ideologien und Bewegungen war es uns wichtig, an die europäischen Werte der Aufklärung zu erinnern, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte – unter immensen Opfern – herausgebildet haben. Wenn wir uns heute für ein geeintes Europa einsetzen, so geht es uns gleichwohl auch darum, die eurozentristischen Sichtweisen der Vergangenheit zu überwinden. Schließlich ist der internationale PEN, vor bald 100 Jahren gegründet, eine Art internationaler Völkerbund der Literaten, und Literatur kennt bekanntlich keine Landesgrenzen.“

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Carlos Collado Seidel
Generalsekretär

Pressekontakt:

Felix Hille
PEN-Zentrum Deutschland e.V., Kasinostr. 3, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 / 23120
Mobil: 0157 / 31382637
E-Mail: presse [at] pen-deutschland [dot] de

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

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